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Nahalat tsevi · 1932-03-01 · Heft 5-6 (März 1932) · p. Seite 181

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 5-6 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 181 (sequence 43)
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181 zu ersehen ist. — Die heutige Psychologie nun deckt ähnliche Zusammenhänge auf; nur verbrämt sie sie vielfach mit der einmal noch nicht entthronten, für uns unbrauchbaren Lehre direkter Abstammung des Vollkommneren von Unvollkommnerem, ohne die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, daß dieselben Tendenzen des Weltgeschehens, die das Entstehen und Vergehen von Individuen veranlassen, auch den Gattungen als solchen als Lebensursache innewohnen könnten. Unter Berücksichtigung dieses schon in No. 9/10 erwähnten Vorbehaltes können wir beipfiichtend erklären: Auch wir erkennen an, daß (vgl. S. 306/7) in der ersten Zeit des Daseins dieser Welt eine Tendenz des Unbewußten überall da steckte, wo heute eine physiologische Funktion zu beobachten ist. Ja, wir gestehen gern, daß gesunde Funktionen der Lebewesen heutiger Schöpfungsstufe erstarrte ״Tendenz“ einer vorigen war und individuelle Unbewußtheit meist krankhafte Dinge hervorbringt (Ferenczi). Aber es muß dabei bleiben, daß eben auf heutiger Schöpfungsstufe solche Uebergänge von Tendenz zu Funktion nicht mehr statthaben. Heute ist eben die ״psydiologische Besetztheit“ jeder Funktion geendigt, längst erstarrt und erloschen. Als daher das generelle Unbewußte mit seinen Tendenzen mehr und mehr hinter dem ungesunden individuellen Tendenzenheer zurücktrat, geschah in der Heilsgeschichte Israels das, was wir Auserwählung nennen. Diese besteht aus mehreren, ansteigend den ethischen Unbewußtseinsinhalt bewußtmachenden Akten: Erwählung Abrahams, Auszug, Gesetzgebung, Prophetie, Paragraphierung (vgl. 301) und Niederschrift der mündlichen Lehre, Einsetzung des Synhedrions von kontinuierlicher Ordination seit Mose psychischer Besetztheit eines Volksorganismus, nach Schwinden dieser Besetztheit und Ordination: ihre Ersetzung durch den verbindlichen Abschluß des Talmud, Festlegung des Kalenders und der Normalmessora (Sefer Hilleli) durch Hillel II. Die Abfassung des für uns lest verbindlichen Schulchan Aruch ist Resultat des Versuches R. Josef Karos, die Ordination im Lande! Israels wiederherzustellen. 4. Fast jeder dieser Akte, mit denen Gott Israel zu einem Loskommen von unreifer Kollektivität und zu einer reinen und reifen ״Individuation“ (Jung) aufsteigen ließ, war mit einem gleichzeitigen anderen Akte wesenhaft verbunden, den wir nach E. DaCque am besten mit ״Aus-sich-Entlassen von Untermensch-

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