Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 5-6 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 178 (sequence 40)
- Belongs to
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m Autorität }nur aufrecht erhalten werden kann durch äußere Gewalt, zeigt die Geschichte des jüdischen Volkes, daß dessen politischen und geistigen Führern häufig alle äußeren Machtmittel fehlten, ohne daß ihre Autorität hiervon auch nur im mindesten berührt wurde. (Wird fortgesetzt). Ex profundis III. Jakobs Kampf mit dem Engel. Von Rabbiner Dr. B. Cohen. 1. In seinem Göschenbändchen 1034 über Psychoanalyse, das wir schon bei früherer Gelegenheit anerkennend zu erwähnen hatten und das die ganze objektive Achtung der Jungschen Schule vor aller Religion aufweist, sagt Dr. W. M. Kranefeldt auf S. 111/2: ״Alles Eindrucksvolle, Unerwartete, Auffallende, Wirksame hat (bei den Primitiven) einen ״Zauber“, gegen den man sich mit magischen Mitteln schützen muß, um ihm nicht zu verfallen. Das Individuum würde sonst zu sehr vom Objekt abhängig werden, seine Seele gleichsam ans Objekt verlieren .... Psychologisch entspräche das dem Selbständigwerden eines unbewußten Zusammenhangs (Komplexes), dessen man in völlig projizierter Form zum ersten Male gewahr wird. Solange die Projektion nicht rückgängig — d. h. die subjektiven Anteile am Zustandekommen der ״zwingenden“ Wirkung nicht als solche bewußt gemacht worden sind, — wird das Individuum (scheinbar) vom Objekt in eine bestimmte Bewußtseinsrichtung genötigt. Entsprechendes kommt auch beim Kulturmenschen noch vor. Das ״Uebertragungs- Verhältnis“ kann zuweilen diesen Charakter bekommen, wenn der Patient mit dem Arzt ringt wie Jakob mit dem Engel: ״Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ — statt einzusehen, daß weder Heil noch Unheil seiner Seele endgültig an dessen Person gebunden sein kann“. — Es liegt uns, um es wiederholt zu sagen, nichts ferner als eine leichtfertige Kritik des von Kranefeldt vertretenen Systems. Dennoch gilt es nachzuweisen, daß dieser von ihm gewählte Vergleich bedenklicher hinkt als es Jakob beim Sonnenaufgang nach jener nächtlichen Szene getan, um deren wahres Verständnis sich die Großen Israels allezeit bemüht haben. Wir werden dann sehen, daß diese