Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 5-6 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 176 (sequence 38)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2551369-2551378-2551383--0660-2552156- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
176 aus welchem Grunde der Prophet Samuel die Einsetzung; eines Königs vor Eroberung des Landes abgelehnt hat und ablehnen mußte. (Vgl. S. R. Hirsch a. a.O.) Verfassung eines Staates sind nun aber nach einem bekannten Ausspruch von Ferdinand ׳ Lassalle die in einem Lande tatsächlich herrschenden Machtverhältnisse. Es genügt mithin für unsere Betrachtung nicht, daß das Synhedrion die höchste Behörde sein sollte, erforderlich ist vielmehr!auch der Nachweis, daß sie es faktisch gewesen ist. Für die Zeit des ersten Tempels sind wir in dieser Hinsicht mehr oder weniger auf Schlußfolgerungen angewiesen, deren Entwicklung ׳im einzelnen hier zu weit führen würde. Dagegen finden wir für die Zeit des zweiten Tempels das Erforderliche expressis verbis bei Josephus. Dieser bemerkt, (Altert. XIII, 10,5) daß das Ansehen der von ihm sogenannten Pharisäer (gemeint ist das Synhedrion) beim ,Volke so hoch sei, daß es ihnen Gefolgschaft leisten würde gegen den König und den Hohenpriester. Er berichtet ferner (Altert. XIII 15,5) daß der König Janai vor seinem Tode der Königin Salome Alexandra den Rat erteilte, sich unter den Schutz der Pharisäer (des Synhedrions) zu stellen, weil nur diese die erforderliche Macht haben würden. Diese Zeugnisse haben um so höhere Beweiskraft, als Josephus den Sadduzäern persönlich recht nahe stand. Es!ergibt sich mithin, daß das Synhedrion auch tatsächlich im!Besitze der höchsten Macht gewesen ist. Diese Macht aber war in keiner Weise geteilt, so wie Montesquieu dies fordert. Vielmehr hatte das Synhedrion zugleich gesetzgebende, rechtsprechende und verwaltende Funktionen, ohne daß es jedoch jemals zu einem Mißbrauch dieser Macht gekommen wäre. Es läßt sich umgekehrt feststellen, daß das jüdische Volk sowohl nach innen als auch nach außen am besten geleitet wurde, als während der kurzen Regierungszeit der Salome Alexandra die gesamte Herrschaft dem Synhedrion übertragen war (vgl. Josephus Altert. XIII 12,2). In der Tat waren die Garantien, auf denen das jüdische Staatswesen beruhte, in erster Linie solche persönlicher Art, ganz so, wie Plato es für seinen Idealstaat fordert. In der Thora werden die von den Führern geforderten Eigenschaften wie folgt formuliert:אנשים חכמים וידעים und אנשי חיל יראי אלקים אנשי אמת שנאי בצע Sie müssen also zunächsto^n ״weise“ sein, sodann אנשי חיל. Hierzu bemerkt der Rambam ב׳ מד.לכ׳ סנהדרין auf Grund der