Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 5-6 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 174 (sequence 36)
- Belongs to
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174 Iceit der Gedanke, daß jeder das ihm Zugehörige und das Seinige tut und besitzt. Von wesentlicher Bedeutung ist naturgemäß für Plato die Frage der Erziehung. Da ״Weise“ herrschen sollen, muß das Erforderliche geschehen, um solche heranzubilden. Plato ist der Meinung, daß der Musik und Gymnastik bei der Erziehung eine grundlegende Bedeutung zukommt. Er verlangt ferner Unterweisung in der Zahlenlehre, Planimetrie, Stereometrie, Astronomie. Diese aber sind nur das Vorspiel für die eigentliche dem Ziele zuführende Kunst der Dialektik, der Kunst der Begriffsbildung durch Synthesis und Analysis, durch Zusammenfassung des Einzelnen zum Allgemeinen und Wiederauflösung des Allgemeinen in seine Arten. (Einleitung zum Phädros) Das geschieht aber am zweckmäßigsten nicht in zusammenhängender, schriftlich aufgezeichneter Rede, die gleich den Erzeugnissen der Malerei, wenn man sie um etwas befragt, vornehm schweigt (Phädros K. 60), sondern durch' die Kunst der Wechselrede, die Kunst, durch wohlgestellte Fragen und angemessene Antworten der Wahrheit nachzuforschen und sie zu Tage zu fördern. Für eine solche Erziehung eignet sich aber nur der, der die Wahrheit liebt und jeder Geldgier abhold ist. Um diese Herrschaft der Weisen zu begründen, will Plato das Volk in drei Kasten teilen, die Weisen, die Krieger und das erwerbstätige Volk. Letzteres soll von der Leitung des Staatswesens vollkommen ausgeschlossen sein. Die Weisen müssen davor behütet werden, daß sie den menschlichen Leidienschaften verfallen und dadurch ihren Idealen abtrünnig werden. Daher will Plato für sie eine vollständige Gütergemein- Schaft einführen, wobei er sogar vor dem Gedanken einer Fraueugemeinschäft nicht zurücksChrieckt. Die größte Schwierigkeit erblickt Plato darin, daß die Gesetze der Vererbung unerforscht sind, so daß keine restlose Gewähr dafür besteht, daß die Nachkommen von Weisen wieder weise sein werden. Er will in dieser Hinsicht Methoden anwenden, die man etwa bei der Züchtung von Tieren verständlich finden könnte. Trotz all dieser gewaltsamen Eingriffe in die menschliche Natur, die Plato zur Errichtung seines Idealstaates für erfbrderlieh erachtet, kommt er zu dem Ergebnis, daß ein solcher doch niemals Bestand haben könne. Er würde vielmehr allmählich