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Nahalat tsevi · 1932-03-01 · Heft 5-6 (März 1932) · p. Seite 166

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 5-6 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 166 (sequence 28)
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166 Der Einwand gegen die Lösung des Widerspruchs von שילוח הקן ist offenbar ein Mißverständnis. Er meint, da gerade der Amoräer, der die Begründbarkeit der Gebote im allgemeinen annimmt, das Gebot von שילוח הקן und das Gebot von אותו ואת בנו aus logischen Gründen für nicht begründbar hält, wie kann dann der Maureh, der ja auch die Begründbarkeit der Gebote vertritt, den abgelehnten Grund zitieren? Nach beiden Amoräern, so meint der Herr Kritiker, konnte der Grund der Barmherzigkeit nicht angeführt werden.-Zunächst frage ich, ob denn der angeblich unvermeidliche logische Wider- Spruch erst eine Folge meiner Darlegungen ist? Wenn ein logischer Widerspruch in der Annahme liegt, daß שילוח הקן mit Barmherzigkeit begründet wird, dann darf ihn Rambam allerdings aus logischen Gründen nicht anwenden. In der Tat aber muß dieser Widerspruch nicht unbedingt anerkannt werden. Es liegt auf der Hand zu sagen, daß das Töten der Tiere zum Nutzen des Menschen wohl erlaubt ist, vermeidbare Grausamkeit aber unterlassen werden muß. Dieser Gedanke wird ja vom Rambam selbst und nach ihm vom חנוך zur Begründüng der Schechitoh verwertet. Derjenige allerdings, der auf der einen Seite die Begründbarkeit der Gebote annimmt, auf der anderen Seite diese Anschauung mit der Mischnah in לברכות die die Barmherzigkeit als Motiv für שילוח הקן ablehnt, in Einklang bringen will, der muß notgedrungen annehmen, daß es ein Widerspruch ist, zu sagen, das Schächten sei erlaubt, es gebe aber ein Gebot, das Barmherzigkeit gegen die Tiere zur Pflicht macht. Nimmt er das nicht als Widerspruch, dann bleibt ,ihm keine Möglichkeit, zwischen der Mischna und der angenommenen Begründbarkeit einen Ausgleich zu schaffen. Der Rambam hat nun die Worte מטיל קנאה במעשה בראשית ״Er verursacht Neid zwischen den Geschöpfen“ als einen Ausgleich im obigen Sinn zwischen Mischnah und Gebotbegründbarkeit ausgelegt. Jm Sinne dieses Ausgleiches ist es in der Tat ein Widerspruch, Barmherzigkeit als Grund des Gebotes שילוה הקן anzunehmen. Das ist der Standpunkt im Jad Chasokoh. Derjenige aber, der die Mischnah mit als Einzelfal! der allgemeinen U n begründbarkeit der Gebote überhaupt auffaßt, für den besteht nicht die mindeste Notwendigkeit, hier von einem Widerspruch zu reden, er wird vielmehr die Anschauung annehmen, die Rambam selbst und ספר החינוך bei der Schechitoh benutzen.

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