Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 5-6 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 154 (sequence 16)
- Belongs to
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154 erwartet eine Antwort des Wissens und Erkennens. Denn schließlich ist דעת התורה nichts anderes als die Fähigkeit, die Dinge der Welt mit den Augen der Thora anzuschauen. Nichts Verkehrteres also, als der Vorwurf der ״Weltfremdheit“ gegenüber unseren Großen. Als unsere Gemeinschaft noch stärker durchsetzt war von dieser Fähigkeit, da schuf sie den Minhag, der vielleicht das am meisten verkannte Kind der דעת התורה ist. Gewiß, oft ist diese Quelle als halachabildendes Moment verschüttet. Um einen Vergleich aus diesen Darlegungen zu wiederholen, bei mikroskopischer Betrachtung ergibt sich das ergreifende Bild, wie דעת התורה das ganze religiöse Leben durchpulst und daß es eben kein Gebiet des Daseins gibt, das etwa dem Diktat der Halacha von einer höheren Warte aus entzogen werden dürfte oder könnte. Also wirklich, so hören wir sagen, wirklich ein neuer Versuch, die Bindungen oder gar Hemmungen (?!) zu mehren! Man könnte dem aufs treffendste erwidern, daß die also Denkenden doch das Gebiet bezeichnen sollen, das von den hilchot deot nicht ergriffen wird. Allein hier spricht noch ein anderer Faktor mit, ein uralter, der von dem Volke berichtet, daß nur der ihm etwas zu sagen habe, der ihm Erleichterung schafft. — כל המקיל לו יגיד לו Man beachte das Wort לו״" in diesem Satze. Die Masse verlangt ״connivente Entscheidung“, die ״ihretwegen“, ״ihr zu Liebe“, ״ihren Zeitbedürfnissen entsprechend“ getroffen werden. Sie verlangt, daß der מקיל sich jenseits von דעת התורה stellt). Vielleicht noch nie ׳ ist, namentlich in unseren Zeiten, das Wesen der Antithese חומרא — קולא erschöpfend dargestellt worden, und man muß schön bis zum של״ה (vgl. unseren Artikel ״Jugend“ in Nr. 3. ds. Jahrganges) zurückgehen, um hier etwas klarer zu sehen. Füglich ist es das Vertrauen zum Menschen, das eine קולא suchen und schaffen ließ. Der מקיל hatte dieses Vertrauen, daß auch' innerhalb der von ihm gesteckten Grenzen die allumfassende, lebenumspannende Kraft der Halacha den Menschen erfasse. Man nenne eine 1 ,קולאwelche etwa irgend einen Bereich1 des Daseins von der Halacha ausschloß. Wie eine Mutter betreut auch die קולא das1 ganze Leben, Geist und Herz, Denken und Tat. Was man aber verlangt, heutzutage so oft stürmisch verlangt, daß es thorafreie Komponenten unseres Denkens und