Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 5-6 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 152 (sequence 14)
- Belongs to
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152 heiligen Orte, und er sah die beiden Brüder und sprach1: ״Heilig soll!mir sein dieses Feld, heilig immerdar.“ Der Geist, der aus dieser Erzählung spricht: D a s i s t j ü d i s c h e r M a r x i s - muß. Halacha — ihr Weg zu uns und unser Weg zu ihr. Kaum kann geleugnet werden, daß in bezug auf die Bildung der Halacha eine gewisse Verwirrung herrscht. So oft neue Fragen auftauchen, bei denen das letzte Wort die Anwendung einer Analogie zu sprechen h'at, zeigte es sich als unendlich schwer, zu einem universell gültigen Votum zu gelangen. Man kann ruhig sagen, daß der bisher letzte große, einheitliche Wurf bei der Orgelfrage gelungen ist. Schon bei der nächsten Gelegenheit, und das war die Frage der Konstituierung des Gemeindebegriffs im Sinne der Halacha (man nennt das fälschlich die Austrittsfrage) kam es nicht mehr zu einer!einheitlichen Linie, um ganz zu schweigen von den in unserer Zeit auftauchenden Problemen, wie z. B. Leichenverbrennung, Frauenwahlrecht, Unterricht des weiblichen Geschlechtes in der mündlichen Lehre nach ihrer Textierung, Verwischung der Grenzlinien zwischen weiblicher und männlicher Kleidung und dgl. Es ist ferner nicht zu leugnen, daß eine Art Quellenscheidüng sich vollzogen hat oder noch vollzieht. Wenn man dies mikroskopisch betrachtet, so kann man von einem Unterschied zwischen praktischer Bewährung und Anschauung sprechen. Man hat dafür — seit wann!hätte es an Worten gefehlt? — die Ausdrücke Orthopraxis und Orthodoxie gewählt. Schürft man jedoch tiefer, so ergibt sich die Tatsache, daß es letzten Endes auf einen Versuch einer Einschränkung der Einflußsphäre der Religion bezw. des Judentums hinausläuft. Man will die Gebiete beschränken, in denen die Halacha das letzte Wort zu sagen hat. Das ist durchaus nicht böser Wille, oder gar Anti- Stellung gegen die Religion, sondern nur Einengung der Halachäquellen. Vielleicht kommen wir der Sache näher — der Vergleich ist jedoch durchaus nicht ganz zutreffend — wenn man etwa sagt, es handelt sich darum, ob man nur den formulierten