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Nahalat tsevi · 1932-03-01 · Heft 5-6 (März 1932) · p. Seite 151

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 5-6 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 151 (sequence 13)
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151 es war der ältere — war kinderlos. Und die Brüder hatten Feldbesitz auf diesem Berge und die beiden Brüder pflegten und säeten das Grundstück, welches ihr gemeinsames Besitztum war. Und in der Erntezeit ernteten sie ihr Getreide und teilten die Garben untereinander Teil für Teil und machten daraus zwei Schober. Und es wurde Nacht, und der ältere Bruder legte sich zum Schlafen nieder. Aber er konnte nicht schlafen und sprach in seinem Herzen: ״Mein Bruder hat Kinder, und ,ich habe keinen Sohn. Und nun habe ich von seinem Getreide einen so großen Teil genommen, wie der seine ist? Was ich getan habe, ist nicht gut! Und er stand auf und nahm von seinen Garben und nahm einige von ihnen und legte sie still auf den Schober seines jüngeren Bruders, legte sich nieder und schlief. Und in jener Nacht erwachte auch der jüngere Bruder aus dem Schlafe, und auch er gedachte seines Bruders und sprach zu sich selbst: ״Ich׳ erinnere mich meines Bruders, daß er kinderlos lebt, und wer wird in seinem Greisenalter für ihn sorgen? Die Söhne, welche Gott mir geschenkt hat, werden groß werden und mir helfen. Aber wer wird meinen Bruder unterstützen, wenn er alt sein wird? Wehe, ich nahm heute einen Teil von dem Getreide, so groß wie sein Teil ist. Nicht gut ist, was ich tat.“ Und auch er stand auf, ging zu seinem Vorrat, nahm von seinen Garben und legte sie stille auf den Schober seines älteren Bruders und ging zurück in sein Haus. — Und es wurde Morgen, und die beiden Brüder standen auf und sahen ihre Getreide- Schober, und sie waren, wie sie gewesen waren, und sie wunderten sich im stillen, ln der Nacht wiederholten sie, was sie in der vorigen Nacht getan hatten, und gaben von ihren Garben einer dem anderen, und der eine wußte nichts vom Tun des andern. Und in der Frühe standen sie auf, und ihre Vorräte waren unverändert. Und sie wunderten sich im stillen. Und es wurde Mitternacht in der dritten Nacht, und die Brüder standen auf und nahmen von ihren Garben, und jeder wollte davon den Teil seines Bruders vergrößern. Unterwegs begegneten sie einander, während sie gingen und ihre Garben trugen. Da fielen sie einander um den Hals und weinten beide, denn sie sahen jeder das gute Gedenken des Bruders und das Mitleid und die Ziele, welche in ihrem Herzen herrschten. Und sie ließen die Garben an jenem Orte und kehrten heim. Und!niemand sah sie. Aber Gott im Himmel blickte herab von dem

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