Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 5-6 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 146 (sequence 8)
- Belongs to
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146 Elenden auf das Jenseits eine Fülle von Glück und Trost in;seinem Schoße barg! Erinnern wir uns an die Gestalt des alten Hilse in Hauptmann’s ״Weber“, der sich nicht irre maeben läßt an dem! einzigen, was wir armen Menschen noch haben! ״Für was hätte ich denn hier geschaffen und Sehemel getreten auf Mord 40 und mehr Jahr? Und hätte ruhig zugesehen, wie der!dort drüben in Hoffahrt und Schwelgerei lebt und Gold macht aus meinem Hunger und Kummer? Für was denn? Weil ich ,ne Hoffnung hätt’! Ich hab’ was in aller Not. Du hast hier dein Teil — ich drüben in jener Welt; das hab’ ich gedacht!“ Neben ihm steht das unglückliche mißhandelte Kind des Trunkenbolds, dem ״die Sonne auf dem Hügel ihr Gold nicht gegeben, die Milch der weidenden Rinder nicht in den Krug geschäumt“, erst in seiner Todesstunde bringeln die seligen Boten des Jenseits ״ein erstes Grüßen, durch Finsternisse getragen“. — Gegenüber diesen beiden Gestalten steht auf der anderen Seite die unglückliche Schwiegertochter des Webers Hilse: Sie hat sich die Füße wund gelaufen, um für ihr krankes Kind ein Näpfchen Milch zu erlangen, während die Männer sangen und beteten, und als alles nicht geholfen hat, als das Kleine hat elend zugrunde gehen müssen, ״während die da drüben in Milch und Wein gebadet werden“, da schreit diese arme Frau ihren Fluch hinaus über die gottselige Ergebung, zu der die Religion ihre Gläubigen erzieht — wer fühlt da nicht heraus, wie in diesem Arbeiterfluche gegen alles, was nach religiöser Ergebung schmeckt, die Sehnsucht nach einem neuen Glauben erwacht, nach einem Glauben der auschließlichen Diesseitigkeit, einem!Glauben, der die irdischen Güter grundsätzlich und leidenschaftlich' bejaht und dem Streben des Arbeiters nach Anteil an den Gütern dieser Welt eine ethische Bedeutung verleiht. Diesen neuen Glauben schenkt ihm der Marxismus. III Der Marxismus tritt zum alten Hilse hin, klopft ihm auf die Schulter und spricht: ״Du bist im Irrtum, alter Freund, wenn Du glaubst, daß ״drüben“ in jener Welt Dir etwas bevorsteht, was Dich einmal für den Kummer und Hunger Dei-