Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 5-6 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 144 (sequence 6)
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144 haken (Rousseau, Helvetius, St. Simon, Hegel, Feuerbach), so daß man Marx keineswegs als Begründer sondern nur als einen Vollender des Marxismus betrachten kann. Damit wird aber doch die Tatsache nicht aus der Welt geschafft, daß eben die Weltanschauung, die heute von rechtsradikaler Seite alsundeutsch, als jüdisch bekämpft wird, eben doch unter der Firma des Marxismus in das Buch der Weltgeschichte eingetragen wurde, und wir kommen daher um die Beantwortung der Frage nicht herum: Ist der Marxismus jüdisch oder nicht? Zur Beantwortung dieser Frage müssen wir uns vor allen Dingen klar machen, was mar. unter Marxismus versteht Es gibt eine ökonomische Theorie des Marxismus, und es gibt eine Weltanschauung des Marxismus. Wir haben es hier nur mit der Weltanschauung des Marxismus zu tun, denn auf sie konzentriert sich die Wut seiner Gegner. Diese marxistische Weltanschauung beruht auf einer ganz bestimmten seelischen Einstellung zu den irdis ch en!Gü t ern, die mit ihren tiefsten Wurzeln auf eine altersgraue Vergangenheit zurückweist, in der man heimisch sein muß, um den Marxismus richtig zu verstehen. Schon im griechischen Altertum stehen sich zwei Weltanschauungen gegenüber, die man als Mammonismus und als Antimammonismus bezeichnen kann. Es war im 7. Jahrhundert vor der gewöhnlichen Zeitrechnung, als zum erstenmal auf hellenischem Boden der Ausspruch fiel: ״Das Gold ist der Mann.“ Aus dieser mammonistischen Lebensanschauung gingen schon vor 26 Jahrhunderten jene beiden Extreme hervor, unter deren Zusammenstoß noch heute das wirtschaftliche Leben erzittert. Sie sind uns aus dem Athen Salons schon von der Schulbank her bekannt: Auf der einen Seite die unbarmherzigen Fronherren, die auf Grund eines mit Blut geschriebenen Schuldrechts den Unglücklichen, der die hohen Zinsen nicht zahlen kann, zum Sklaven machen, und auf der anderen Seite die Bolschewisten, wie wir sie ruhig nennen dürfen, die nicht nur die Tilgung aller Schulden fordern, sondern gleichen Anteil aller am heimatlichen Boden verlangen. 1So beginnt in einer Schrift des Aristophanes die Hauptrednerin die Schilderung ihres Zukunftsstaates mit den Worten: Ich will, daß alles gemeinsam sei, daß allen alles gehöre. Aber jene Wertschätzung des Besitzes, aus der die Brutalität der Besitzenden wie die phantastischen Träume der