Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 5-6 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 143 (sequence 5)
- Belongs to
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143 daß man heute beinahe glauben könnte, daß Hitler und seine Gesinnungsgenossen beim — ״jüdischen Marxismus“ in die Schule gegangen wären! Ja, welch eine tragische Komödie und ׳'־ komische Tragik liegt doch darin, daß heute Karl Marx als typischer Vertreter )des jüdischen Geistes hingestellt wird, er, der den jüdischen Geist als den größten Schädling der menschliehen Gesellschaft zu denunzieren sich erkühnte, ohne daß ein letzter Rest jüdischen Schamgefühls ihn zurückgehalten hätte, das Nest zu beschmutzen, aus dem er selber hervorgegangen war! Was wohl heute Marx selber dazu sagen würde, wenn ihm das Wort vom jüdischen Marxismus an die Ohren klänge! Vielleicht würde er sich auf seinen Aufsatz berufen, den er vor bald 90 Jahren über die Judenfrage veröffentlichte, um nachzuweisen, wie unrecht man ihm tue, wenn man ihn mit dem Judentum identifiziere, vielleicht würde er sich aber doch nachträglich seine Gedanken darüber!machen, wenn er es heute selbst erleben würde, wie selbst die entschiedenste Abkehr vom Judentum nicht ausreicht, um einem im Judentum gehörenen Geiste die Krone deutscher Geistigkeit zu verleihen. II. Wenn ,wir den Beweis erbracht haben, daß Marx persönlich über das Judentum wie ein richtiger Judenfeind dachte und sprach, so haben wir damit noch lange nicht die Frage beantwortet, ob man berechtigt ist, vom jüdischen Marxismus zu sprechen. Wir dürfen nicht in den Fehler unserer Feinde verfallen und die Persönlichkeit Marxens mit dem Marxismus identifizieren. Denn es könnte doch wohl sein, daß der Marxismus als solcher etwas Jüdisches ist, auch wenn dieses jüdische Wesen des Marxismus seinem geistigen Urheber persönlich niemals zum Bewußtsein gekommen wäre. Wir müssen darum von seiner Persönlichkeit vollkommen absehen und uns ganz objektiv auf die Frage beschränken: Ist der Marxismus jüdisch oder nicht? Man geht dieser Frage auf jüdischer Seite vielfach aus dem Weg, indem man sich auf das bekannte Wort von Wilbrand beruft: ״Sozialist kann nur sein, wer nicht Marxist ist.“ Das will besagen, daß die Weltanschauung des Marxismus mit der der heutigen Sozialdemokratie nicht gleichgestellt werden kann, daß vieles, was man allgemein als Marxismus bezeichnet, auf der geistigen Arbeit :nichtjüdischer Forscher beruht, die vor Marx gelebt