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Nahalat tsevi · 1932-03-01 · Heft 5-6 (März 1932) · p. Seite 142

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 5-6 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 142 (sequence 4)
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142 ,Betrachten wir den wirklichen weltlichen Juden, nicht den Sabbathjuden, wie es Bauer tut, sondern den Alltagsjuden. Suchen wir das Geheimnis des Juden nicht in seiner Religion, sondem suchen wir das Geheimnis der Religion im wirklichen Juden. Welches ist der weltliche Grund des Judentums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus des Juden? Der Schacher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld. Nun wohl! Die Emanzipation vom Schacher und vom Geld, also vom praktischen realen Judentum, wäre die Selbstemanzipation unserer Zeit. Die Judenemanzipation in ihrer letzten Bedeutung ist die Emanzipation der Menschheit vom Judentum. Der Jude hat sich bereits auf jüdische Weise emanzipiert .... nicht nur, indem er sich die Geldmacht angeeignet, sondern indem durch ihn und ohne ihn das Geld zur Weltmacht und der praktische Judengeist zum praktischen Geist der christlichen Völker geworden ist. Die Juden haben sich insoweit emanzipiert, als die Christen zu Juden geworden sind. Mammon ist ihr Götze, sie beten ihn nicht nur allein mit den Lippen, sondern mit allen Kräften ihres Körpers und Gemüts an. Die Erde ist in ihren Augen nichts anderes als eine Börse, und sie sind überzeugt, daß sie hienieden keine andere Bestimmung haben, als reicher zu werden denn ihre Nachbarn. Der Schacher hat sich aller ihrer Gedanken bemächtigt, die Abwechslung in den Gegenständen bleibt ihre einzige Erholung. Wenn sie reisen, tragen sie sozusagen ihren Kram oder Kontor auf dem Rücken mit sich herum und sprechen von nichts als Zinsen und Gewinn, und wenn sie einen Augenblick ihre Geschäfte aus den Augen verlieren, so geschieht dies bloß, um die Geschäfte anderer zu beschnüffeln. Welches war an und für sich die Grundlage der jüdischen Religion? Das praktische Bedürfnis, der Egoismus. Der Monotheismus des Juden ist daher in der Wirklichkeit der Polytheismus der vielen Bedürfnisse ... Das Geld ist der eifrige Gott Israels, vor welchem kein anderer Gott bestehen darf.... Sobald es der Gesellschaft gelingt, das empirische Wesen des Judentums, den Schacher und seine Voraussetzungen, aufzuheben, ist der Jude unmöglich geworden,.die Emanzipation der Juden ist die Emanzipation der Gesellschaft vom Judentu m.tt So ist das ״hohe Niveau“ beschaffen, von welchem aus Karl Marx über jüdische Dinge dachte. — Wie muß doch in diesem Menschen, der allerdings schon als Kind der Taufe zuführt worden sein soll, die Kenntnis des Judentums, das Wissen um die jüdische Religion und die Liebe zum jüdischen Volk bis auf den letzten Rest entschwunden und erloschen gewesen sein, wenn er gegenüber seinem christlichen Partner in lauter Oeffentlichkeit vom Judentum in einem Tone zu reden wagte, der einen solch feindseligen Geist gegen alles Jüdische atmet,

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