Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 4 (Februar 1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- Seite 122 (sequence 25)
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122 fremd. Versehen wir uns mit all der Liebe, deren Menschen fähig sind: Liebe zu Gott, Liebe zur Thora und Liebe zum jüdischen Volk in seiner Gesamtheit und seinen Teilen; denn er war ein Meister der Liebe. Und seien wir wahrhaftig; wie er. 3. Worin bestand eigentlich die Seltsamkeit der Beziehungen? Warum weckte die Kunde seines Heimgangs blitzartig in uns allen das Gefühl, als seien wir Zeugen einer erschütternden Tragödie geworden? Im Grunde ging liier ein überreiches Leben zu Ende. Seit mindestens dreißig Jahren stand er im Vordergrund der jüdisehen Oeffentlichkeit. Seit damals, da der blutjunge Student zur seligen Freude seines Vaters זצ״ל seine heiß lodernde Schrift gegen den eben erst emporgekommenen zionistischen Nationalismus geschleudert und dieser Bewegung, als Erster und nie Uebertroffener, die Maske vom Antlitz gerissen hatte. Sie erregte ungeheueres Aufsehen und verschaffte dem Autor jüdischen Weltruhm. Und sie war nur der Anfang. Die Feder, die ihm, nicht anders wie seinem Großvater זצ״ל, einen vornehmen Platz in der allgemeinen Literatur hätte schaffen können, blieb der Thora und dem jüdischen Volk geweiht. Werk reihte sich an Werk. Daneben würde eine Sammlung seiner Artikel stattliche Bände füllen. Und er wurde gelesen. Vieles ist vergriffen und harrt einer Neuauflage. Dann der Redner. Wo immer und über was er auch sprach, erwies sich der Saal als zu klein. Die deutsche Orthodoxie, vielleicht sogar die Westjudenheit der Gegenwart überhaupt hat seinesgleichen nicht gehabt. Zahlreiche Städte haben sein Wort gehört und werden es nicht vergessen. Schließlich der Ortsrabbiner. Der Eindruck, den seine trauernde Gemeinde und seine trauernde Stadt bot, war überwältigend. Hier ging ein Mann dahin, der das Thorajudentum, wie kaum in der Gegenwart ein zweiter, bei den Fernstehenden und in den Augen der ״Völker“ zu Ehren gebracht hat. Wenn die ״Heiligung; des göttlichen Namens“ sich vor allem dadurch vollzieht, daß die Thora durch die jüdische Persönlichkeit, die sie trägt und im Leben verwirklicht, die Aufmerksamkeit der ״VöL ker“ auf sich Lenkt und ihnen huldigende Anerkennung abringt, so hat Rabbiner Raphael Breuer dieses höchste Ziel jüdisch-