Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 4 (Februar 1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- Seite 112 (sequence 15)
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112 in sein Schulwerk hineinnehmen, wenn er nicht von vonherein die geschichtliche Sendung dieses Werkes gefährden wollte. Denn wahrlich:Niemals wäre seine Kehilla zu einem leuchtenden Fanal für die ganze jüdische Welt geworden, wenn Rabbiner Hirsch bei seiner Schulgründung vor 80 Jahren nicht vor allem sein Augenmerk darauf gerichtet hätte, den Nachfahren der Bildungsfreunde von 1793 ihr Bildungsmonopol zu entreißen. Am 1. April 1853 wurde die Schule eröffnet. Als an diesem Tage Rabbiner Hirsch zur Einweihungsfeier sich begab, wurde ihm auf dem Weg zur Schule ein Flugblatt in die Hand gedrückt, das am gleichen Tage als Beilage zum Frankfurter Journal erschienen war. Es stammte aus der Feder des damaligen Leiters des Philanthropins, der die neue Schule als ein kulturfeindliches Werk der gesamten Einwohnerschaft Frankfurts darsteilte. Man muß die Aufsätze gelesen haben, die damals RabbinerHirschimFrankfurterlntelügenzblatt veröffentlichte, um die geschichtliche Mission unserer Schule zu begreifen. Wie hier Einer, der von Gott gesendet war, um die in Staub gesunkene כבוד התורה aus tiefster Schmach zu erlösen, in einem politischen Blatte der Einwohnerschaft Frankfurts erzählte, was תורה und was ידאה ist, was wahre und wras falsche Bildung ist, wie die Erleuchtung des Geistes und die Veredlung des Herzens nur aus תורה und יראה ihre rechte Wurzel und Nahrung ziehen; wie es ein Verbrechen an jüdischen Kindern ist, ihnen mit der einen Hand die Bibel als Gotteswort zu reichen und ihnen mit der anderen Hand zu zeigen, wie man die heiligsten Gebote nach den Bedürfnissen der Mode und Bequemlichkeit wegzudeuteln vermag; wie hier Einer, der selber durch die Schule des Rationalismus hindurchgegangen war und darum mit feinstem Instinkt herausfühlte, wo der Hebel anzusetzen war, um auch der nichtjüdischen Welt, von deren Urteil die Zukunft der Schule abhing, eine Ahnung aufdämmern zu lassen, wie gerade das Leben des gesetzestreuen Juden — und nur dieses Leben — ein heiliges Epos ist von der Wiege bis zum Grabe; wie hier Einer, dem zeitlebens das jüdische Mittelalter nicht im Bilde der Shylockfigur, sondern im Lichte der spanisch-arabisehen Rabbinen erschien, die Gegnerschaft der Gegenseite gegenüber תורה und מצות nicht nur mit ihrem Mangel an יראה und אסונה, sondern mit ihrer Unbildung, mit ihrer Unwissenheit