Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 4 (Februar 1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- Seite 110 (sequence 13)
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110 dischen Vater nicht vergönnt, der Öffentlichen bürgerlichen Lehranstalten, wo geprüfte, bewährte und moralische Lehrer angestellt sind, sich bedienen zu dürfen?“ Der Prozeß zwischen Vorstand und Senat dauerte zweiundeinhalb Jahre. Am 9. Mai 1796 erging das endgültige Urteil des Reichskammergerichts. Der Vorstand hatte den Prozeß verloren. Die neue Schule konnte ins Leben treten. Doch sie war kein lebensfähiges Kind, ln der Nacht vom 13. zum 14. Juli jenes Jahres standen die Franzosen vor Frankfurt. Unter dem Feuer ihrer Geschütze ging die Judengasse in Flammen auf. War dieses französische Geschützfeuer die Antwort der Vorsehung auf die französischen Studien der Frankfurter Judenkinder? So mochte damals gar mancher in der Judengasse gedacht haben. — Die Schule ging ein. Erst im Jahre 1804 ist das Schulprojekt wieder aufgenommen und diesmal in der Form des Philanthropins auch durchgeführt worden. Der בעל ההפלאה bat die Gründung des Philanthropins noch erlebt. Er starb im Jahre, das der Gründung dieser Schule folgte — ein halbes Jahrhundert hat es noch gedauert, bis ein anderer Frankfurter Raw kam, den die Vorsehung ausgeschickt hatte, um die Idee der עם דרך ארץ mv-Schule in einer ungeahnten Form zu neuem Leben zu erwecken. III. Wesen und geschichtliche Bedeutung unserer Schule werden wir erst dann richtig verstehen, wenn wir den Unterschied scharf ins Auge fassen, der zwischen dieser Schulgründung und jenem Schulprojekt des Jahres 1793 besteht. An der Wiege jener Schule stand der Geist Hartwig Wesselys, an der Wiege unserer Schule der Geist unseres großen Rabbiners זצ״ל. Was aber ist der Unterschied zwischen Wessely und Hirsch? Ich möchte diesen Unterschied mit einem kurzen Worte umschreiben: Zwischen Wessely und Hirsch steht der Chassidismus. Mancher von Ihnen sieht mich staunend an, als ob er fragen wollte: Was hat Rabbiner Hirsch mit dem Chassidismus zu tun?Ich möchte diese Frage in aller Kürze damit beant- Worten, daß Rabbiner Hirsch vor 100 Jahren unter all denen, die sich damals, ob sie wollten oder nicht, in der Welt des Rationalismus angesiedelt hatten, der einzige Rationalist gewesen ist, der’s in Wirklichkeit nicht war, weil ihm die Ehr-