Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 4 (Februar 1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- Seite 108 (sequence 11)
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10s der sein ״gehorsamstes Promemoria“ an den Senat mit den denkwürdigen Worten begann: ״Einige Menschenfreunde aus der jüdischen Nation wünschen, daß die hiesigen Judenkinder endlich einmal zur Sittlichkeit. .. a n g e 1 e itet werden.“ Mit diesem einen Worte von der hölieren Sittlichkeit, die der jüdischen Jugend außerhalb des Judentums winkt, haben die Bildungsfreunde der Frankfurter Judengasse sich selbst verraten. Mit diesem einzigen Worte haben sie gezeigt, daß sie den Ghettojuden mit denselben Augen sahen, mit denen ihn Josef II., der Senator Hufnagel und der Dichter des Kaufmanns von Venedig sah. ״Komm, hebe dich zu höheren Sphären“, ruft hier ein nichtjüdischer Jüngling der Tochter des Juden Shylock zu. Sag dich los vom Judentum! Fort aus der Entwürdigung des Ghettos, hinauf zur Höhe der vom Geist beflügelten, im Geist einigen Menschheit! Warum willst du dein Leben in der finsteren Enge des Judentums vertrauern? Nur außerhalb des Judentums ist die Welt des Heiteren, des Seelenvollen, wohnt Wissenschaft und Logik, wohnt die Beseeltheit der Gnade und des Menschenadels, wohnt der harmonische, der klingende, der strahlende, der ganze Mensch! Und was ist dein Vater? Ein finsterer Unhold, der nur um sich selbst und sein Schicksal kreist. Er kennt nur sich selbst und sein Geld. Keine andere Anziehung gibt’s für ihn, keinen Schwung und keinen Flug zur Höhe, keine Gegenseitigkeit und keine Liebe. — Können und dürfen war es dem Vorstand und Rabbinat verdenken, wenn sie den Ruf der Bildungsfreunde ״Kommt, hebt euch zu höheren Sphären!“ als eine Beleidigung der Thora empfanden? Wenn ihnen vor diesen ,höheren Sphären“ angst und bange wmrde? Daß die Sphären der Thora alle anderen Sphären in unendlicher Hoheit tief unter sich lassen; daß dieser Thora selbst ein kultureller Gehalt innewohnt, wde er in solcher Ausdehnung und Tiefe keiner anderen Kulturmacht auf Erden eignet; daß zwischen Thora und Natur, Thora und Geschichte, Thora und Politik,Thora und Wirtschaft tiefwurzelnde Beziehungen obwalten, die das Wesen jüdischer Welt-und Lebensanschauung ausmachen; dafü r hatten diese von Voltaire und Rousseau faszinierten Menschen nicht das mindeste Verständnis. Sie waren naiv genug zu glauben, daß man eine Zusammenkopp e 1 u n g der Thora, wie sie innerhalb der Judengasse gelehrt