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Nahalat tsevi · 1932-02-01 · Heft 4 (Februar 1932) · p. Seite 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 4 (Februar 1932)
Date
1932-02-01
Page
Seite 104 (sequence 7)
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1Ö4 Gemeinde, alle, die sein Wort hörten, zu Boten und Voll- Streckern dieses Wollens zu machen, das war sein Ziel. Dabei war er getragen von dem felsenfesten Vertrauen, daß jedes ehrliche Wort eines werbenden Menschen ein Saatkorn sei. Das שלח לחמך על פני המים war Inhalt seiner Ueberzeugung. Er ז״ל glaubte an die Menschen, und darum glaubten die Menschen an ihn. Also lebte Rabbiner Raphael Breuer צ״ל; . Ist es nun nicht ganz müßig, etwa darüber grübeln zu wollen, ob der äußere Rahmen, in dem dieses Leben seinen Ablauf nahm, auch groß genug gespannt war? Etwas Größeres, als diese erschütternd reiche Tränensaat der Liebe, die ihn zum Grabe geleitete, kann es nicht geben. Und außerdem! Die jüdische Welt kannte ihn und gab sich willig dem Zauber seines Wortes und seines Herzens. Sein Leben mag verblichen sein, von seinem Willen aber gilt das Wort ברב הימים תמצאנה. Wir werden ihm immer und immer wieder begegnen, denn das Gefüge unseres Lebens ist von seiner Seele umfangen. תהי נשמתו צרורה בצרור החיים! Samson Raphael Hirsch und seine Schule.*' Rede, gehalten von Rabbiner Dr. Raphael Breuer וצ״ל anläßlich der am Vorabend des 27. Tebeth 5692 von der Rabbiner-Hirsch- Gesellschaft in Frankfurt a. M. veranstalteten Jahrzeitsgedenkfeier für Rabbiner Hirsch זצ״ל. I. Am 18. Dezember 1793 herrschte in der Frankfurter judengasse große Aufregung. An diesem Tage wurde in der Gemeindesynagoge eine Bekanntmachung verlesen, die folgenden Wortlaut hatte: ״Ehrbare Versammlung! Höret, daß auf Befehl eines Wohlregierenden Aelteren Herrn Bürgermeisters der wegen des Lehrinstituts verhängte Bann wieder aufgehoben sey.“ Was war geschehen? Während des ganzen Mittelalters war die jüdische Erziehung den europäischen Staaten und Kommunen vollkommen gleichgültig. Die jüdische Erziehung war in diesen Zeiten durchaus autonom, d. h. die jüdischen Gemeinden konnten *) Wir leisten durch die Veröffentlichung dieser letzten Rede, die der Heimgegangene hielt, einem Wunsche Folge, der von vielen Seiten laut wurde.

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