Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 4 (Februar 1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- Seite 103 (sequence 6)
- Belongs to
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103 zeichnet, ein Fragment scheint es zu sein, aber ein weitumspannender Rahmen ist es geworden. Ihm wäre es gelungen, Oott hineinzuweben mit seinem;Worte. Denn worin lag eigentlich das Geheimnis der Kraft seines Wortes beschlossen? Es war Waffe und Balsam zugleich, aber stets, auch im reizvollen Gespräche des Alltags, war es erfüllt von Wahrheit. Bald suchte er stürmisch zu zwingen, bald milde zu werben, trotz bestrickend schöner Form verließ sein Wort niemals die Bahn schlichter Klarheit. Harmonisch abgestuft waren seine Darlegungen, wenn er das so spröde Gebiet der Gestaltung und des Inhalts der jüdischen Gemeinde und der jüdischen Gemeinschaft behandelte. Das war ihm זצ״ל ein Heiligtum geworden. Die Kehilla war ihm ein Tempel, und Heil und Dank seiner Gemeinde Aschaffenburg, ihren Männern und Frauen, daß sie in tiefster Achtung vor der selbstlosen Reinheit dieses Wollens seinem Worte sich gaben. Er glaubte an die Möglichkeit, die ganze Gemeinschaft Israels zu einem solchen einheitlichen Bau der Gottesverehrung wieder umzugestalten, und die scheinbare Schärfe, mit der er entgegenstehende Anschauungen und Strömungen bekämpfte, war wiederum nur der Ausdruck der tiefen Wunde seines All- Jisroel liebenden Herzens. Nicht verwunden wollte er, sondern retten und warnen. So wie unsere alten Weisen s. A., deren Wort und Gedanke ihm in vollem Umfang stets gegenwärtig waren, geweckt und gewarnt haben, wenn man in Israel gegen die Thora ankämpfte. Führen wollte er mit starker und doch so sanfter Hand. Denn diese Hand war offen als Bote seines großen Herzens. In dem düsteren Bereich des Leidens der Menschen gab es für ihn nichts Kleines. Die leichte Träne des Kindes und der Aufschrei des gequälten Menschen riefen ihn zur Hilfe, nie hat er sich versagt. Hellend gab er sich ganz. Man muß mit ihm Rats gepflogen haben, um zu ermessen, wie ihn die Frage — nein - die Gewißheit beschäftigte, daß Gottes Wort in dieser ernsten Lage unserer Zeitläufte allen Menschen ohne Unterschied des Glaubens Großes und Heilsames zu bringen habe. So war es ein Gruß des weinenden und hoffenden Lebens, wenn sein Sarg von so vielen dankbaren Menschen umringt war, es war der Ausdruck der Ahnung, daß dieses Wollen segnend war weit über die Grenzen der Glaubensgenossen des Verklärten hinaus. Seine von ihm so heißgeliehte