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Nahalat tsevi · 1932-01-01 · Heft 3 (Januar 1932) · p. Seite 88

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 3 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 88 (sequence 26)
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88 trägen entstellender Art — mit Klarheit richtiggestellt werden. Für gebildete Nichtjuden sind die Werke von S. R. Hirsch unerschöpfliche Fundstätten zur Orientierung über Wesen und Wirksamkeit der jüdischen Religion; Aufklärung tat not, neben deutlicher Abwehr. Und zum Schlüsse! Was heute ganz besonders nottut, ist die Bildung einer Gemeinschaftsfront der bewußten Angehörigen aller christlichen und des jüdischen Bekenntnisses gegen die Gottlosenbewegung und das Freidenkertum jeder Gestalt. Treu zum eignen religiösen Bekentnis, gehorsam den religiösen Führern, sollen wir aufrichtige HochaChtung jeder anderen religiösen Ueberzeugung entgegenbringen und, ohne unsere persönliche Ueberzeugung aufzugeben, ehrliche und echte Toleranz tätigen. Das große Einigende, das seit dem Ereignis am Sinai über die Menschheit leuchtet, ist die Offenbarung des Ewigen und sein heiliges Gesetz. Der neue Kusari. Von Dr. Isaac Breuer (9. Fortsetzung.) Viertes Kapitel. Die Wendung. Je größer die Schwierigkeiten waren, die sich Alfred Roden in seinem Bemühen um das Judentum entgegenstellten, umso beharrlicher erwies sich sein Entschluß, alles daran zu setzen, um Klarheit darüber zu gewinnen, ob das Judentum ihm den Sinn seines Lebens zu deuten vermöge. Eines freilich hatte er bereits erkannt: daß das Judesein, zum mindesten in Westeuropa, keine eindeutige Sache war, daß das Judentum, zum mindesten in Westeuropa, sich in einem äußerst gefährlichen Zustand der Zerrissenheit befand, der ebensogut ein Zeichen endgültiger Zersetzung, wie allmählicher Regeneration sein konnte. Vor allem bei den deutschen Juden schien ihm diese geistige Zerrissenheit bereits weit vorgeschritten zu sein und in einem geradezu wunderlichen Mißverhältnis zu der Geringfügigkeit ihrer Zahl zu stehn. Dabei gewann er mehr und mehr den Eindruck, daß die überwiegende Mehrheit der deutschen Juden, wenigstens soweit sie zu der älteren Generation gehör-

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