Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 3 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 15)
- Belongs to
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77 1 ■ n־ י fei'?'umS'JUuu&Mv1, Seele, des Willens und der Tat bedeutet, steril, wertlos, schädlich ist. Damit wäre aber auch ein über den engeren Rahmen des Judentums hinaus reichender Fingerzeig gegeben für die Ein- Stellung zu dem Komplex der Fragen, die sich in ihren Irrungen und Entartungen unter dem Schlagworte des sex appeal aufdrängen. Man geht wirklich nicht zu weit, wenn man all das, was in unserem Schrifttum als יצר דט־ב bezeichnet wird, als das Organische, den יצר הרע hingegen als das Organismusfeindliche, Werdenhemmende auffaßt. Wenn diese Unterscheidung mutatis mutandis auch auf das scheinbar Unbelebte, sogenannte ״Anorganische“ übertragen wird, so sollte man nicht vergessen, daß auch die rein experimentelle Wissenschaft sehr bedenklich geworden ist in bezug auf die Grenzgebiete zwischen Leben und Nicht-Leben. Man erkennt allmählich immer klarer und klarer einen Pankosmismus, wie wir es nennen möchten, das heißt etwa eine gegenseitige Beziehung aller Erscheinungen und Geschehnisse des Weltganzen. Die Jugend aber, das sichtbarste Bild des Werdens, will in ihrem Drang zur Gemeinschaft diesen Pankosmismus erleben, und die orthodoxe Jugend will, daß die Thora ihr den Weg hierzu weise. Nun, wohlan, es gibt unter den unzählig vielen Versuchen, die ewige, weltbezwingende Jugend der Thora darzustellen, ein Werk, welches — es ist noch gar nicht so lange her — das tägliche Brot suchender Menschen bildete. Wir meinen die ״zwei Bundestafeln“, den!!eiligen Scheloh, wie ihn die ewig jungen Alten nannten. Freilich, es ist ein Monumentalbau, der das ganze Dasein umfaßt, vom ersten Schrei des Kindes bis zum letzten Flüstern der Erinnerung, und es ist schwer, sich ohne Führer da zurechtzufinden, seine Seele dem Hauch des Allorganischen zu erschließen, der darin webt. Auch der Auszug, den der Sohn des Verfassers unter dem Namen Kizzur Scheloh bietet, zeigt das System nicht in seiner vollen Klarheit. Doch where there is a will, there isaway. Verlangt die Jugend die Geheimnisse ihres Werdens zu ergründen, so wird sie eines Tages auch an dieser Türe pochen, und sie wird sich ihr auftun. Dann hat die Jugend ihre Kultur, und die Kultur eine neue Jugend. — Prediger in der Wüste? Möglich. Aber auch unter dem Sande der Wüste regt sich das Werden.