Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 3 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 14)
- Belongs to
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76 mit leicht zu erfüllenden Zielen, in voller Klarheit dessen, was jedes Glied der Gemeinschaft dem anderen zu geben, von dem anderen zu fordern hat. Gerade weil fast alle übrigen Gemeinschaftsformen, scheinbar mürrisch alternd, in zum Teil abstoßend wirkenden Egoismen sich äußern, nur noch Organisationen zu sein erscheinen und nicht mehr Organismen, sucht die Jugend nach neuen Formen, die, der Natur abgelauscht, organische Gebilde sind. Sie ahnt, daß Kultur die einzig mögliehe, einzig befriedigende Lösung der Naturbeherrschung ist und sofort ins Hintertreffen gerät, wenn sie nicht der Natur das wirklich Organische ablauscht. Hier aber zeigt sich ein neues Problem, vielleicht das einzige Substrat des Vorwurfs, den die Jugend gegen diese oder jene Organisation erhebt, des Inhaltes, daß sie zu ״politisch“ sei. Gewiß, jeder, auch der mit dem feinsten Zusammenspiel begabte Organismus hat eine Dominante, irgend einen Punkt, der als Kraftzentrum!dient, aus dem alles bezogen und auf den alles bezogen wird. Diese Erkenntnis, oder, richtiger gesagt, diese Ahnung war die Quelle des Rufes nach dem starken Mann, ein Ruf, der sich heute gewandelt hat in den Hunger nach einer ״neuen Idee“, nach einem Schlagwort bei schwächeren Menschen. Das heißt jedoch de facto, daß die zur Gemeinschaft entschlossene Jugend einen Menschen oder einen Gedanken sucht, der sie organisch macht, ״führend“ sie mit einer neuen Seele begabt. Dabei ist Voraussetzung, daß dieser Mensch — dies ist das Verlangen der Jugend — persönlich absolut uninteressiert ist, also ein עניו, so wie es der Mensch war, durch den der Ewige ein Abbild der Ewigkeit, also die Thora, an die Mensehen heranbrachte. Sicher nun liegt in der Tendenz dieser Thora dieser Zug in das Organische, und deshalb ist sie eben ewig jung, ewig gemeinschaftsbüdend. Deshalb liegt eigentlich im ursprünglichen Programm der Aguda — Lösung aller Gegenwartsaufgaben im Geiste der Thora — ein kleiner Fehler, vielleicht mehr als ein Schönheitsfehler. Es müßte eigentlich heißen, eine Erfassung des Lebens im Geiste der Thora, und das würde die Erstarkung der Organisation zu einem Organismus mit klarer Dominante besagen. Das würde ferner heißen, daß jede Lebensäußerung des Einzelnen oder der Gemeinschaft, die nicht organisch ist, also nicht ein Zusammenspiel der Kräfte des Körpers und der