Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 3 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 13)
- Belongs to
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75 men, die Familie. Wenn eben eine Familie erst von enttäuschten Menschen gegründet wird, von solchen also, welche die Familie quasi an das Ende ihres Lebens setzen, jedenfalls an das Ende ihrer Seelenjugend, an das Ende ihrer Widerstandskraft gegen die Fragen des Daseins, dann muß die Jugend aus solchen Familien flüchten. Weiter, wenn die Religion darauf verzichtet, stets frische Kraftquelle für alle Aeußerungen, insbesondere für alle Aktivitäten auf noch so divergenten Lebensgebilden zu sein, dann muß die Jugend eine andere Gemeinschaftsfonn suchen oder zum mindesten in ihrer Gemeinschaft eine neue Be-inhaltung der Religionsgemeinschaft anstreben, gewissermaßen deren verschüttete Kraftquelle wieder bloßlegen. Nun hat Esra diese Abkehr, nein, richtiger Umkehr auf ihr Programm geschrieben und vermeidet deshalb angeblich die Verbindung mit jeder Gestaltung, in der das Alte (etwa, nicht ganz dem Sinne nach: der Senile) etwas zu sagen hat, die Agudajugend hat zur Aguda trotz ihres Aufbaues das Vertrauen, daß sie die alte Kraftquelle wieder hebt. Sie will aktiv dabei mithelfen, schon in der Jugend mithelfen. Die Jugend in dem Ueberschuß ihrer Kräfte ahnt ferner den Zusammenhang der Körperfunktionen mit der Seele und auch mit dem individuellen Glücksgefühl, denn Kraftgefühl ist ein Glücksgefühl. Das zwingt zu irgend einer Einstellung zur Frage der körperlichen Zucht, die ja heutzutage, namentlich nach der sportlichen Seite hin, einen solch ungeahnten Siegeslauf genommen hat. Vielleicht dürfte in diesem Zusammenhang auch der Meinung wenigstens einmal Ausdruck gegeben werden, daß auch die Askese eine außerordentlich ernste Schule der körperlichen Zucht zu sein beanspruchen darf. Nicht die ״finstere" Askese meinen wir, sondern die rhythmische, wie sie unsere Religion eigentlich in allen Lebensäußerungen verlangt. Für die Psyche ist vielleicht sogar diese Schule bedeutungsvoller. Ein Beispiel für viele; wir wählen dieses, weil es von allen akzeptiert werden dürfte. Woher kommt die getragene Stimmung, ja sogar das unendliche, grenzenlose Glücksgefühl am Tage der Versöhnung? Doch wohl daher, weil eine äußerste Kraftanstrengung eine harmonische Indienststellung der Körperkräfte in die Bedürfnisse des Innenlebens erzeugt hat. Es ist eine Gipfelleistung des Zusammenwirkens beider Gebiete. Dabei soll folgendes nicht übersehen werden. Die Sportvereinigungen bilden eine eigentümliche Art von Gemeinschaft