Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 3 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 12)
- Belongs to
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74 blick dieser himmlischen Genüsse wird der Blick verklärt, freundlieh, friedlich und gesättigt; und es geht dann der צדיק alt und satt זקן ושבע hinüber, wo in der Höhe schön Gott und seine מלאכים warten, ihn gebührend zu empfangen, und wo ihm schon lange ein Platz gesichert ist, der ihn einreiht und anschließt an seine großen Vorgänger, an jene Männer und Frauen, deren Andenken noch heute gesegnet wird. So tragt!sie denn hin, mein teures Weib, übergebet ihre Hülle der Erde, die sie dann decket, aber sie, ihre Seele weilet schon längst dort oben bei Gott und blickt auf uns ' herab, und sie wird מליץ יושר sein vor Gott und von ihm erbitten, alles Unheildrohende von seinem Volke ישראל abzuwenden, und Gott wird ihre תפלה erhören. .ה׳ נתן ה׳ לקח יהי שם ה׳ מבורך מעתה ועד עולם. אמן Jugend. Will man all das, was in der Jugend im allgemeinen heute schäumt und gärt, recht begreifen, so muß man eben tief schürfen. Das Resultat möge dann auch in das Stammbuch der orthodoxen Jugendbewegungen, ob Esra oder Aguda, geschrieben werden. Denn tatsächlich ist die Jugendbewegung in unseren Reihen, die uns immer wie ein Phänomen anmutet, vielleicht nur als Ausschnitt aus der allgemeinen Erscheinung zu erfassen. Es kann sogar sein, daß aus alldem ein neues Heil erwächst, nicht eine neue Kultur, sondern Kultur überhaupt. Ist doch nicht die alte Kultur, sondern gleichfalls Kultur überhaupt problematisch geworden. Noch immer, wenn eine durchgreifende Materialisierung der Menschheit statt hatte, trat zwar eine blühende Zivilisation auf, aber ebenso eine Auflösung der Kultur, und die Dichter hörten auf Propheten zu sein, und die Kunst in all ihren Gebieten ging mit der Zeit, ethische Kultur verschwand. Es kamen dann Epochen, in denen Wort und Bild bei allem Glanz der Sprache und der Farbe bei genauerem Hinsehen gespensterhaft sich gaben, es waren Ideen im Exil. Tragisch und verderblich wird eine solche Periode dann, wenn ihre Auswirkungen auch die durch Religion und Tradition fundierten Gemeinschaftsgebilde ergreifen, vor allen Dingen das Protoplasma der menschlichen Gemeinschäftsfor-