Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 3 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 11)
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73 liehe Erziehung genossen; nein, sie hatte alle Vergnügungen und Freuden der Jugend der damaligen Zeit zu kosten gehabt Aber schon damals hatte sie dabei den sittlichen, keuschen Ernst zu wahren gewußt, und schon in ihrer Jugend als Mädchen von 14, 15 Jahren hat man ihr den damals keineswegs! zierenden Spottnamen beigelegt: du gibst mal eine Rebbezen. Ja, und sie ist eine geworden, und zwar eine rechte. Denn was ist der Mann ohne die ״Männin“, was ist der רב ohne die Rebbezen, was der Rabbiner ohne die richtige Rabbinerin! Ja, heute ist gottlob vieles anders. Aber damals, als wir uns verbanden, da gehörte Mut und Vertrauen dazu, und ihrem männlichen Geiste verdanke ich alles, alles. Ich weiß noch sehr wohl ihre ersten Worte, als wir uns verlobten, wie sie zu mir sprach: ״Wissen Sie denn auch, daß ich so viele Jahre älter bin als Sie?“ Aber ich in meiner Jugend verstand sie dennoch und antwortete ihr: ״Ein Kind kann ich für meinen Lebensweg nicht gebrauchen.“ Und die Zeit hat es mir gezeigt. Jedes Jahr, das sie mir an Jahren voraus war, eine doppelt so reiche Mitgift war es mir an Lebensweisheit und Erfahrung. Drum, wäre jedes Wort eine Perle, jeder Buchstabe eine Blüte und jeder Hauch ein Sonnenstrahl — nicht Perlen, Blüten und Sonnenstrahlen reichten hin, um den Kranz zu bilden, der würdig wäre, ihr Haupt zu zieren. Ihr Beispiel, ihr Ernst für die heilige Sache haben dieser Gottessache mehr Anhänger zugeführt als manches noch so beredte Wort. Dabei war sie so still, so bescheiden, suchte auch1 dieses wahrhafte 'הצנע לכת עס אלקי durch ihr Beispiel zur Nachahmung zu bringen. Wie groß sind nicht ihre Verdienste für die hiesige Schule! Sie verband die Energie für das Gute mit der Anmut und Bescheidenheit, die jedermann für sie einnahm und weil עז והדר לבושה deshalb ותשחק ליום אחרון ging sie lächelnd ihrem letzten Tage entgegen. Und wer die זכי׳ gehabt hat in ihren letzten Tagen um sie zu sein, der hat sie da 36 Stunden liegen sehen können, ruhig, friedlich, freundlich und schlafend, als ob sie etwas Angenehmes träumen und jeden Augenblick erwachen könne, um wieder heiter sich ihrer Gesundheit zu erfreuen. — Sie hat uns gezeigt, wie die צדיקים sterben. Denn unsere חכמים sagen: Wenn הש״י einen צדיק sterben lassen will, dann läßt Er ihn einsChlafen, und im Schlafe zeigt ihm dann הקב״ה die Seligkeit und Freuden, die seiner dort oben warten, und im An-