Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 3 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 10)
- Belongs to
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auch im Hause gepflegt wird, dann hat umsonst der Mann gerangen, dann lege er lieber die Leuchte hin; wenn er nicht offen sein Haus zeigen kann und sagen kann: Seht, ob ein Widerspruch darin ist, mit dem, was ich hier vertrete? Und daß dies nicht der Fall war, daß vielmehr das Haus den gleichen Ernst hatte, das hat sie bewirkt, das hat sie mit ihrer!Weisheit fertig gebracht; dem kleinen Enkelchen, das am שנת zur Großmama kam, um sich benschen zu lassen, war die Frage der Großmama: ״Warst du auch die Woche brav und folgsam?“ der größte Sporn. Denn sie war nie für sich, immer für andere; nimmer konnte sie Ruhe finden, wenn sie nicht alles zufrieden wußte. An den Lippen las sie den Wunsch eines jeden ab, tun ihn nach Kräften zu erfüllen. Dennoch1 hat sie keines ihrer Kinder verzogen, aber sie war bei all der erziehenden Strenge die liebreichste, treueste, freundlichste Mutter — nicht bloß ihrer Kinder sondern auch vieler anderer. Noch heute ist in Emden eine Mädchenschule, die sie gegründet. Damals las sie die sonst dem Verkommen preisgegebenen Mädchen auf, bettelte sich das Geld zusammen, indem sie von Haus zu Haus ging, nimmer ermüdend, nimmer rastend. Sie machte die Kindchen zu Menschen, lehrte sie selbst stricken und vieles andere. Man hat sich oft gewundert und mich oft gefragt: Wie haben Sie es zuwege gebracht, Ihre Kinder alle in Ihrem Geiste zu erziehen, alle verschieden und dennoch alle gleich in dem Ernste für Gott und seine תורה?“ Da liegt die Meisterin! Sie hat’s vollbracht, sie hat’s ausgeführt, und ihrer Einsicht und Leitung ist’s gelungen! Sie hat darum die Freude gehabt, ihre Kinder und deren Kinder in ihrem Sinne erzogen zu sehen, und auch das sichere Vertrauen gehegt, daß auch der kleine Anfang von Urenkeln sich ganz ihrem Geiste anschließen werde. Deshalb war sie eine glückliche Frau, eine reiche Frau. Große Lose in der Lotterie haben wir nicht gewonnen, ja nicht einmal gespielt; aber הש״י hat ihr große Lose in den Schoß geworfen — ihre Kinder, und in ihnen blühte ihr Glück. — Sie war streng, rechtlich und gewissenhaft, und diesen Geist hat sie von ihrem Vater ר׳ מרדכי יו״דער זצ״ל geerbt. ר׳ מרדכי war ein Mann von strenger Rechtlichkeit und Gewissenhaftigkeit, dabei von überaus großer Menschenfreundlichkeit und Wohltätigkeit, und sie ist die einzige Tochter, und auf sie hät sich dieser Geist verpflanzt. Sie hat keineswegs eine klöster-