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Nahalat tsevi · 1932-01-01 · Heft 3 (Januar 1932) · p. Seite 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 3 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 71 (sequence 9)
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71 daß, wenn er dies Geschenk verliert, er auch die ganze Größe seines Verlustes, den er erleidet, ermessen könne,— wenn das wahr ist, so kann ich meine Johanna nicht ziehen lassen, ohne ihr gerecht geworden sein. Es auszusprechen?! Auch nur wagen, anzudeuten, was sie war, ist ja so unendlich schwer. Was dem אברהם seine ערה, das ist mir mein Weib gewesen. An ihrem männlichen Geiste bin ich gereift und Mann geworden; sie hat mich vertrauen gelehrt in düsteren Zeiten, denn sie war fest durchdrungen, daß die Wahrheit den Kampf mit der Lüge endlich doch siegreich werde bestehen. Und so ist sie mit mir über 50 Jahre gepilgert, wohin unser wandernder Fuß uns geführt und sie hat alles, alles mit mir getragen. Alle Schmutz- und Steinwürfe, mit denen man mich bedroht, hat auch sie ausgehalten. Oh, ich weiß es noch sehr gut, wenn ich in den ersten Jahren meines Wirkens nach Hause kam und inzwischen die Blätter — die Zeitung des Judentums, angekommen waren, da hatte sie sie schon gelesen und kam mir entgegen, indem sie mir sagte: ״Hast wieder einmal Patschen bekommen, nicht wahr? Aber ich freue mich schon auf deine Antwort!“ So lebte sie stets eines Sinnes mit mir und suchte auch diesen Geist auf ihre Kinder zu verpflanzen. Sie hat schon frühe angefangen, ihre Kinder für den Geist der תורה zu erziehen und — noch an der Mutterbrust — begann sie schon die Erziehung dieses Kindes. Die Welt ist so nachsichtig, meinem Streben einige Bedeutung beizumessen, aber sie ahnt nicht, wie viel diese meine Frau daran Teil hat; denn bei allem, was ich schrieb und sprach, war es stets mein Wille, ihre Gedanken, ihren Geist in Worte auszudrücken. Darum ist's ja auch so wahr, was unsere חכמים sagen מי שמת לו אשה בימיו וכר wem sein Weib zu seinen Lebzeiten von dannen geht, dessen Schritte werden schwankend und klein, seine Entschlüsse hinfällig und was er noch hat beabsichtigen wollen, das bleibt unerfüllt. Dennאור חשך באהלי wenn das Licht im Zelte ausgeht, dann lege auch der Mann die Leuchte hin, die er getragen hat — er macht keine großen Schritte mehr. Und wenn das je eine Wahrheit ist, so ist dies ganz besonders vom רב gesagt. Wenn derselbe Geist, der den Mann beseelt im Leben draußen, nicht auch sein Haus erhellt, dann ist unnütz der Mann in seinem Wirken. Wenn derselbe Ernst, mit dem der Mann draußen die Sache der Wahrheit und Gottesfurcht und Gottestreue verficht und sein Herzblut opfert, nicht

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