Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 3 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 5)
- Belongs to
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67 nicht auch solche Betrachtungen ausgelöst hätte, die berichtigt werden müssen. Es ist vor allem nicht richtig, daß zur Zeit des Richtlinienkampfes eine gemeinsame Erklärung des Orthodoxen Rabbinerverbandes und der Traditionell-gesetzestreuen Rabbinervereinigung nur deshalb nicht zustande gekommen sei, weil damals der Orthodoxe Rabbinerverband noch nicht zu einem gemeinsamen Vorgehen im Gegensatz zu heute sich habe emporschwingen können. Die Richtlinien waren ja nicht bloß ein Attentat gegen das jüdische Ehegesetz, es wohnte ihnen auch eine gemeindepolitische Bedeutung inne, da sie mit großer Emphase die ״Einheit des Judentums“ verkündeten. Wollte und mußte damals der Orthodoxe Rabbinerverband bei seiner Kennzeichnung der Richtlinien der Wahrheit die Ehre geben, dann konnte und durfte er sich nicht darauf beschränken, nur das zu sagen, was auch die Traditionell-Gesetzestreuen sagen wollten, dann mußte er mit gleicher Entschiedenheit auch zur Legende der Judentumseinheit Stellung nehmen. Aber schon damals wurde in einer Vorstandssitzung des Orthodoxen Rabbinerverbandes beschlossen, die zum Schutze der Reinheit des jüdischen Familienlebens erforderlichen Maßnahmen gemeinsam mit den Traditionell-Gesetzestreuen zu ergreifen. Es ist ferner nicht richtig, daß bei den Kämpfen zwischen Austrittsorthodoxie und Gemeindeorthodoxie die erstere die göttliche Forderung der Menschenliebe jemals außer acht gelassen habe. Wenn wir unsere gemeindeorthodoxen Gegner nicht als Brüder anerkennen und lieben würden, dann wäre uns ihr politisches Verhalten vollkommen gleichgültig. Wir bekämpfen sie, weil uns die Tatsache ihrer Trennung von uns unerträglich ist und weil wir niemals zugeben können und werden, ,daß in der Frage, ob in einer jüdischen Kehilla neben idem אמת auch der שקר gepflegt werden darf, im Kreise der מאמינים בני מאמינים eine Meinungsverschiedenheit herrschen kann. Es ist weiterhin nicht zutreffend, daß uns die gemeinschaftliehe Erklärung der Rabbiner ״die gemeinsame Abwehrfront der sonst einander gegnerisch gegenüberstehenden rabbinischen Führer aus beiden Lagern gegenüber dem Abfall des Liberalismus zeigt.“ Wollte Gott, diese gemeinsame Abwehrfront gegenüber dem Abfall des Liberalismus wäre wirklieh da! Dann wäre die traurige Kluft in unseren eigenen Reihen geschlossen. Die gemeinsame Abwehrfront ist aber in