Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 1-2 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 57 (sequence 61)
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57 Juden und von diesen ließe ein Teil alles, auch das Gefchäfiliche, durch Nichtjuden besorgen. Aber im groben und ganzen war es doch ein ’erhebender Moment, daß einstimmig anerkannt wurde, das letzte Wort habe die Religion zu sprechen. Wenn wir aus diesem allgemeinen Aspekt auf die könftige Tätigkeit der Juden auf diesem Gebiet einen Schluß ziehen, so wäre zu sagen, es muß wirklich alles im Namen der Religion gefchehen, wirklich nur in diesem Namen, denn es wirkte wirklich nicht hervorragend, als eine ״Laien'-Petitionüberbracht wurde, auf der relativ sehr wenige Namen von Schomre Schabbos verzeichnet sind. Wir wollen davon heute nicht sprechen. Wenn die Arbeit wieder beginnt, - und das sollte nicht verzögert werden - wird die Aguda, die in diesem ״Laien"- Comite nicht vertreten war, wie bisher auf ihrem Posten sein. Undank. Rabbiner Dr. Stein in S ch w e i n f u r t ist neben Dr. Freudenthal in Nürnberg Vorsitzender der bayerifchen Rabbinerkonferenz, Mitglied des Rates des Verbandes bayerifcher israelitifcher Gemeinden, der Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner, ein Mann des Friedens und der religiösen Toleranz. Vor kurzem hat er es gewagt, in der C. V.- Zeitung einen Artikel über die Symbole des Laubhüttenfestes zu fchreiben und von den 70 Stieren, die einst an diesem Feste dargebracht wurden, zu sagen, daß sie bestimmt waren, ״den Gedanken der Solidarität aller Völker, aller Menfchen zum Ausdruck zu bringen und zur uneingefchränkten Universalität anzuregen.״ Diesen Artikel macht die Jüdifch-liberale Zeitung zum Gegenstand einer Betrachtung, die in einem solch gehässigen Tone gehalten ist, daß man sich verwundert fragen muß: Wie ist es zu erklären und zu verstehen, daß man selbst einem Mann wie Dr. Stein, der sich seit Jahrzehnten bemüht, mit Vertretern des liberalen Judentums in friedlicher und freundlicher Kollegialität zusammenzuarbeiten, mit solch unerhörter Gehäffigkeii begegnet? Daß er es wagte, das jüdifche Opferwesen in seiner symbolifchen Bedeutung zu verherrlichen, wird ihm in pöbelhaften Worten (Ver- Wandlung des Heiligtums in einen ״Zentralviehhof״!) als eine der Sache des deutfchen Judentums abträgliche Symbolspielerei vorgeworfen. Sein Aufsatz sei aber der Sache des deutfchen Judentums auch deshalb abträglich, ״weil er gegen den § 1 der C. V.-Satzungen (״unbeirrie Pflege des Deutfehtums״) verstößt. Oder hält irgendwer die Sprache, in der die oben zitierten Sätze gefchrieben sind, für Deutfeh?" — Dieser liberale Undank erklärt sich nur aus der