Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 1-2 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 55 (sequence 59)
- Belongs to
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55 ״Herr Jacob Posen sprach bei mir in der Erubangelegenheit ״vor; ich empfing ihn in Anwesenheit von Herrn Emil Goldfchmidt. ״Auf den wiederholten Einwand des Herrn Posen, weshalb ״man nicht, ehe der Erub in Kraft trat, Gegenvorschläge gemacht ״habe, betonte ich nachdrücklichst, dafe ich seinerzeit Herrn Eduard ״Feist zu mir habe kommen lassen und ihm erklärt habe: ich hielte ״einen Erub wohl nicht für nötig, sei aber Schliefelich mit seiner ״Errichtung einverstanden, wenn die Bedingungen eingehalten, ״würden, die ich nach meiner Überzeugung für geboten erachte ״und ersuchte ihn, noch einige Wochen zu warten (es war die ״Woche des Kriegsausbruchs, und es fehlte mir die nötige Mufee, ״die diese Frage erfordert) bis ich imstande sei, meine concreten ״Gegenvorschläge mitzuteilen. Um diesen Auffchub war auch Herr ״Adolf Stern bei maßgebender Stelle vorstellig geworden. Trotz- ״dem wurde der Erub wider alles Erwarten noch in derselben ״Woche proclamiert. - ״Herr Posen machte geltend, man könne ihnen heute nicht ״zumuten, einen Erub, den sie für tauglich hielten, für possul zu ״erklären. Ich legte ihm nahe, da& dies gar nicht nötig sei: sie ״könnten, wenn sie es mit ihrem Gewissen vereinbar hielten, nach ״wie vor an ihrer Meinung festhalten und ihrem Kreise erklären, ״dafe sie nach wie vor ihren Erub für tauglich hielten, um aber der ״Anfchauung der Gegenseite - die sie respektieren möchten oder ״müfeten, oder auch nur des Friedens willen - Rechnung zu tragen, ״sich entschlossen hätten, den Erub einer solchen Revision zu unter- ״ziehen, durch die auch diese Bedenken beseitigt würden. ״Um weiteren מכשול in unserer Gemeinde zu verhüten, sei ״ich nach wie vor bereit, mich mit einem Erub einverstanden zu ״erklären, der den von mir als notwendig erachteten Anforder- ״ungen entspricht. Möge die Jenseite, in deren Hand es liegt, die ״Angelegenheit zu regeln, sich der ungeheuren, ausfchliefelich auf ״ihren Schultern lastenden Verantwortung bewufet sein, die durch ״den im Augenblick herrschenden Zustand heraufbeSchworen ist. — ״Ich stelle Ihnen, sehr geehrte Herren, anheim, meine Mit- ״teilungen auch weiteren Kreisen unserer Gemeinde zugänglich zu ״machen. ״Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung ״ganz ergebenst ״gez.: Rabb. Dr. Salomon Breuer.