Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 1-2 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 47 (sequence 51)
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47 Führer von unbestrittener Autorität besitzen, den Nachweis erbringen, daß sie n i c ht nur die Mehrzahl, sondern auch die Stammreligion sind, die Besitzenden': und dann adieu Träume von Schulfonds-Mülionen und Hegemonie für Pest und seine Affilierten. Um dieser Katastrophe vorzubeugen, werden meine Freunde von der Reform ein wohl nicht sehr reinliches, aber oft erprobtes Mittelchen anwenden: sie werden kühn behaupten, daß sie auch orthodox sind. Wir werden das erbärmliche Schauspiel genießen, daß Männer, die den großen Fest- und Fasttag der jüdischen Religion, den Versöhnungstag, grundsätzlich nicht beobachten, erklären werden, sie seien ebenso strenggläubige Juden wie der Preßburger Rabbiner, der jeden für einen Gesetzesübertreter erklärt, der Samstag seinen Rock auf dem Arm trägt, wenn man nach' religiöser Vorschrift keinerlei Last tragen darf. Diese Heuchelei wird zur Folge haben, daß 220 Männer (die Kongreßdeputierten), die Elite der ungarischen Judenheit, sich in endlose Debatten einlassen über die Frage, was orthodox ist und was nicht. Die tiefe Kluft, die die Gesetzestreuen von den Gesetzesverächtern scheidet, wird jede ersprießliche Tätigkeit des Kongresses hemmen, und ich liebe es nicht, meine Zeit zu vergeuden. Gestatten Sie mir, Ihnen eine andere Erwägung anheim zu geben, wie in die Angelegenheit der ungarischen Juden Ordnung gebracht werden kann. Berufen sie zwei Kongresse, einen orthodoxen nach Preßburg, einen neologen nach1 Pest. Stellen sie es dann jeder Gemeinde anheim, den Kongreß zu beschicken, der ihre Richtung repräsentiert. Dadurch wird Exzellenz ein doppeltes Ziel erreichen: Die Trennung wird sich rasch und aufrichtig vollziehen. Sie werden klarsehen: soviel Orthodoxie, soviel Heterodoxe gibt ies in Ungarn, und die beiden Kongresse werden ihre Angelegenheiten gut in Ordnung bringen. So groß der prinzipielle Unterschied zwischen Alt- und Neujuden ist, viel größer als zwischen irgendwelchen christlichen Konfessionen immer, so unbedeutend sind die Differenzen in den beiden Lagern selbst. Die Orthodoxen verlangen die unveränderte und unveränderliche Aufrechterhaltung ihres Kultus‘, wie er seit Jahrtausenden existiert. Die Reformer wollen die Fesseln des Religionsgesetzes, die sie in der Praxis längst abgestreift, sprengen und zwar sprengen unter Gutheißung ihrer Geistliehen. Abstufungen existieren nur bezüglich’ der Mittel und