Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 1-2 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 46 (sequence 50)
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46 in jeder anderen Konfession, wohl Meinungsverschiedenheiten über gewisse Fragen, die aber noch' lange keine Konfessionsverschiedenheit erzeugen. Auch habe ich diese Konferenz infolge eines Gesetzes einberufen, welches die israelitische Religion der Gleichberechtigung teilhaftig macht. Dieses Gesetz kennt nur eine israelitische Religion und auch die Regierung kann daher nur eine israelitische Religion anerkennen“. Der historischen Wahrheit zu Liebe verdiölt es bei dieser Gelegenheit registriert zu werden, daß der in Rede stehende ungarische Kongreß nicht nur von den orthodoxen Rabbinen, sondern auch von einsichtigen Reformern als verwerfliches Mittel einer herrschsüchtigen neologen Gemeinde erkannt wurde. Leopold L ö w, eine der hervorragendsten Autoritäten des Reformjudentums, hat in einer Unterredung mit demselben Kultusminister das ganze Kongreßunternehmen aufs schärfste verurteilt. Während der Wahlvorbereitungen fragte ihn nämlich der Minister, ob er in seiner Gemeinde kandidieren werde. ״Exzellenz“, antwortete L ö w, ״ich1 kandidiere nicht und nehme auch keine Wahl an“. Erstaunt erkundigte sich der Minister nach den Gründen dieser ganz unerwarteten Abstinenz. Der Minister hatte nämlich bestimmt geglaubt, R. Löw in der ersten Reihe derer zu sehen, die die ״unpatriotischen Dunkelmänner“ niederkämpfen würden. 1 Baron Eötvös war damals der aufrichtigen Meinung, die Orthodoxen seien unpatriotisch und :bildungsfeindlich, wie es ihim die Spitzen der Budapester jüdischen Gemeinde zugeflüstert hätten. Der Staatsmann, der von Löws Scharfblick eine hohe Meinung hatte, bat diesen, ihm die ungeschminkte Wahrheit zu sagen. ״Obgleich ich für die radikale Befreiung der jüdischen Religion bin“, erklärte der! Reformrabbiner, ״möchte ich dieses Ziel doch nur auf geradem Wege erreichen. Was aber jetzt unsere jüdischen Kreise beherrscht, ist das gerade Gegenteilige von Ehrlichkeit. Exzelle nzsindirre geführt! Die Orthodoxen, die die große Mehrheit der ungarischen Judenheit bilden, werden sich nicht unterdrücken lassen, und da sie zahlreicher und kampfesfähiger sind, da ihnen das religiöse Prinzip ungleich höher stehen muß, als uns der Wunsch nach Reformen, so liegt die Gefahr nähe, daß die orthodoxen Juden, die zudem einen rabbinischen