Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 1-2 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 45 (sequence 49)
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45 rielle Basis zur Ausführung ihrer Pläne und verstanden es, auch1 in jenen absolutistischen Zeiten ihre Ziele konsequent zu verfolgen, ihre Zwecke zu fördern. Sie erwirkten, daß in einem Erlaß des Wiener Kultusministeriums vom 7. April 1856 die allerhöchste Entschließung ausgesprochen wurde, daß die Million Gulden als ein unteilbarer Fond zu verwalten sei, und von den Erträgnissen ein Rabbinatsinstitut und sonstige Kultusanstalten errichtet, und der Rest zur Unterstützung armer Gemeinden für Kultus- und Schülzwecke verwendet werden (sollte. Die Rabbinerseminar-Angelegenheit sollte erst durch den Kongreß inauguriert werden. Der größte Widerstand der Gesetzestreuen richtete sich damals gegen die projektierte Gründung eines gemeinsamen Rabbinerseminars. Die Erfahrung hatte schon zur Genüge gelehrt, daß die sogenannten gemeinsamen jüdisehen Organisationen unter neologer Leitung die Sache der Gesetzestreuen gefährden, auch wenn die Orthoxen in der Mehrzahl sind. Die Vorbereitungen zum Kongreß wurden ausschließlich von den Neologen betrieben. Sie hätten die intimsten Bezieh'ungen zum damaligen Kultusminister, der die nealogen Be- Strebungen mit seiner ganzen Autorität deckte. Die Abhaltung des Kongresses war schon eine beschlossene Sache, als der damalige Kultusminister Baron Eötvös mehrere jüdische Notabeln als Vertrauensmänner zu einer Konferenz einberufen hätte. Um den Schein der Unparteilichkeit zu wahren, wurden zu diesen Konferenzen in der Rege! auch' Orthodoxe zugezogen. Ein solcher orthodoxer Vertrauensmann ersuchte den Minister, das Prinzip festzustellen, daß es den orthodoxen Gesinnungsgenossen gestattet sein möge, selbständig und getrennt von den Reformern zu konferieren. ׳Ein zweiter Vertrauensmann schlug sogar die Abhaltung zweier Kongresse vor, eines orthodoxen und eines reformerischen. Der Kultusminister setzte diese Vorschläge nicht auf die Tagesordnung, um sie einer Diskussion zu unterziehen, sondern wies dieselben sogleich entschieden zurück. ,.Ich bin“, sagte er, ״in dieser Beziehung, als Nichtjude, wohl nicht kompetent, ein Urteil darüber abzugeben, ob die Juden eine oder mehrere Konfessionen bilden. Soweit ich mir aber auf dem Wege der Wissen- Schaft ein Urteil gebildet habe, kenne ich nur eine mosaisch'e Konfession. Im Schöße derselben gibt es, wie