Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 1-2 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 43 (sequence 47)
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43 Vereinigung Sei. in einer Plenarversammlung der neologen Gemeinde betonte ein zionistischer Führer sogar, er erblicke in dieser Aktion den ersten Schritt zur Vereinigung des Judentums. Handelt es sich in diesem Falle tatsächlich um eine Art Vereinigung, wenn auch nicht der gesamten Judenheit, so doch der beiden größten ungarischen Gemeinden, oder handelt es sich einstweilen nur um eine ideale Geste, welche die günstigen Bedingungen für eine wirksame Zusammenarbeit erst vorbereiten soll? Die Dajanim des orthodoxen Rabbinats nehmen einstweilen noch eine ablehnende Haltung ein. Sie weisen auch darauf hin, daß diese Frage vor Jahren bereits Gegenstand der Erwägung bildete und daß der verewigte Oberrabbiner Koppel Reich זצ״ל in verneinendem Sinne entschieden habe. Kenner der Verhältnisse wissen jedoch, daß dieses Projekt nach wie vor aktuell geblieben ist. Die jüdischen Verhältnisse in Ungarn gelangten zur historischen Berühmtheit, weil dort die Spaltung zwischen Orthodoxen und Neologen vor 60 Jahren schon staatsrechtliche Sanktion erhalten hat. Der Vorstand der Rabbiner-Hirschgesellschaft ersuchte mich deswegen, dieses Vereinigungsprojekt vom Gesichtspunkte der Wahrung der orthodoxen, organisatorischen Selbständigkeit in der Monatsschrift ״Nach’lath Z’wi“ historisch zu beleuchten. * * * Die Verhandlungen zwischen den Orthodoxen und Neologen in Ungarn sind schon älteren Datums. Wann haben diese Verhandlungen begonnen? Oder besser gefragt: wann haben die erbitterten Kämpfe, die durch viele Jahrzehnte in Ungarn auf der Tagesordnung waren, aufgehört? Sind die angeblichen ungarischen Trennungsfanatiker urplötzlich gütige Friedensengel geworden? Eine Klarstellung dieser Verhältnisse in ihren historischen Abstufungen kann von zeitgeschichtlicher Tragweite auch für andere Länder sein, namentlich aber auch für Deutschland und Erez Jisrael, wo die Gegensätze zwischen den Weltanschauungen der Liberalen oder Zionisten bezw. der religiösen Reform und derjenigen des geschichtlichen orthodoxen Judentums nun einmal vorhanden sind.