Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 1-2 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 37 (sequence 41)
- Belongs to
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37 übrigen der annähernd 1000 Gutachten sich mit halachischen Fragen beschäftigen, befaßt sich das folgende Gutachten mit der Beurteilung!einer historischen Frage. Bei der großen Seltenheit der Gutachtensammlung — in Deutschland befindet sich nur ein annähernd vollständiges Exemplar in der Frankfurter Stadtbibliothek; sonst befinden sich nur geringe Bruchstücke im deutschen Privatbesitz — dürfte die Inhaltswiedergäbe dieses Gutachtens literarisches Interesse beanspruchen. Das Gutachten ist vom 27. Schewat 5547 datiert und — wie bereits erwähnt — von R. David Meldola, dem Sohne des Rabbiners in Bayonne, Raphael Meldola, erteilt. Es wird angefragt, warum bei der Teilung des israelitisehen Einheitsstaates in die Reiche Juda und Israel der Stamm Benjamin bei Juda blieb. Zwar hatte Gott bestimmt, daß ein Stamm bei Juda bleiben soll (I. Buch der Könige, Kap. 11, Vers 31); aber gerade Benjamin hatte viele Beziehungen zu Israel, während ihn von Juda große Gegensätze trennten: 1. ) Jerobeam, aus dem Stamm Ephraim, mit dem Benjamin nicht nur den Stammvater Jakob, sondern auch die Stammutter Rahel gemeinsam hatte. 2. ) Die Stämme Ephraim, Menasse und Benjamin bildeten in der Wüstenwanderung eine strategische Einheit, das Lager Ephraim (4. Buch Moses, Kap. 2, Vers 18—24.) 3. ) 2 Führer aus Benjamin, Schimi b. Gera, (2. Buch Samuel, Kap. 16, Vers 5 und folgende) und Scheva b. Bichri (2. Buch Samuel, Kap. 20, Vers 1 und folgende) waren Leiter des Kampfes gegen David und den Stamm Juda. Rabbi David Meldola gibt die folgenden Gründe zur Erklärung der geschicht’ichen Tatsache an, die im Gegensatz zu den drei Gründen der Anfrage verlaufen ist. ■ ן ׳ 1. ) Unbeschadet der Gegensätze der Anfrage'gab es auch historische Gemeinsamkeiten. Juda hätte sich, wie wir aus der Josephsgeschichte wissen, mit Leib und Seele bei dem Vater für Benjamin verbürgt und zog in Aegypten die Konsequenzen hieraus bis zum letzten. 2. ) Diese Bürgschaft bezog sich nicht nur auf die damalige Reise nach Aegypten, sondern, wie Meldola ausführt, wegen der Verdoppelung: ״Ich bürge für ihn,