Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 1-2 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 28 (sequence 32)
- Belongs to
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25 R. Schemuel liebt die Kürze. Oft schreibt er nur wenige Worte zur Erklärung einer schwierigen Stelle in den Tosafot. Er verläßt sich darauf, daß der Leser ein Nachdenker ist. Gerade dieses ist von unschätzbarem, pädagogischen Werte. Oft steht man beim ersten Lesen ratlos. Die Schwierigkeit der Stelle scheint im Kommentar kaum behandelt zu sein. Beim zweiten und dritten Durchiesen beginnt man zu verstehen, und immer tiefer eindringend fühlt man, wie R. Schemuel die ganze Stelle aufgefaßt hat. An der Hand weniger Worte folgt man ihm durch den ganzen verwickelten Gang im Talmud, in Raschi und den Tosafot. Jetzt ist alles klar. Man versteht, was die scheinbar überflüssige Bemerkung der Tosafot besagte, und weshalb sie gerade mit diesen Worten erläutert wurden. Mit Recht sind חידושי מהרש״א der verbreitetste Superkommenlar zu Raschi und besonders den Tosafot geworden. Sie sind für Tausende der Wegweiser zum Verständnis von Tosafot geworden. Sie lehren, wie jedes Wort genau abgewogen ist, und wie nur durch sorgsamstes Beobachten jeder Besonderheit die Tosafot richtig erfaßt werden können. Bei der großen Wertschätzung, vielleicht gerade wegen der Wertung, die R. Schemuel für jedes Wort in Raschi und Tosafot hat, übt er Textkritik da, wo durch Feststellung des richtigen Textes die Schwierigkeiten von ';selbst wegfallen, die man sonst nur durch großen Aufwand von Erklärungsstützen mehr oder weniger glücklich lösen kann. Manche Schwierigkeiten beruhen lediglich auf Versehen von Abschreibern und Druckern. Wie R. Schelomo Lurje im הכמת שלמה und R. Joel Serkes in הגהות דב״ח in viel weiterem Maße, so ist auch R. Schemuel Elieser darauf bedacht, durch Aenderung des verdorbenen Textes die richtige Auffassung zu ermöglichen. Er hat wohl selten Handschriften und;ältere Drucke zur Verfügung gehabt, war also meist auf eigene Kombinationen angewiesen. Da heißt es äußerst vorsichtig sein. Textänderungen dürfen nicht an die Stelle fdes tiefen Durchdenkens treten. Sie sind da, wo sie nicht durch andere Texte begründet sind, ultima ratio. Je zurückhaltender man ist, umso besser. R. Schemuel Elieser war sehr vorsichtig und sparsam in seinen Aenderungen. Nicht selten wendet er ,sich auch gegen Textänderungen in חכמת שלמה, die ihm nicht;notwendig erscheinen. Er selbst nimmt Korrekturen nur vor, wo ver sie für unbedingt notwendig hält