Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 1-2 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 15 (sequence 19)
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15 Sondern daß die Worte כירק עשב an dieser Stelle nur eine Wiederholung d. h. ein Zitat aus Bereschith 1,30 sind (את כל ירק עשב לאכלה ), wo dem ersten Menschen die Pflanzennahrung, aber nur diese, angewiesen wird. (Vgl. Raschi z. St.) — Ebensowenig erscheint es zweifelhaft, daß, wenn Ber. 29, 20 von unserem Erzvater Jakob erzählt wird, daß die Liebe zu Rahel ihm die Jahre der Dienstzeit beflügelte, daß sie ״in seinen Augen כימים אחדים, wie einige Tage erschienen“, mit diesen Worten die gleichlautenden wieder aufgenommen werden, die, (Ber. 27,44) seine Mutter Riwkah beim Abschied zu ihm sprach, wenn sie den Schrecken der in Aussicht stehenden, langen Trennung ihm zu benehmen sucht. וישבת עמו ימים אחדים (vgl. Raschi z. St.). — Und klingt es nicht wie eine beabsichtigte Wiederholung eben gehörter Worte, wenn Ahron die Widerrede auf Moschehs gereizte Strafrede mit demselben! Wörtchen הן beginnt? (Wajikro 10,18 und 19). — Ueberaus groß ist sodann die Zahl der Zitate, bewußter und unbewußter, aus dem Pentateuch in späteren biblischen Büchern. Nur einige wenige seien hier angemerkt. Die Redewendung לא מצאה מנוה (Echah 1,3) ist wörtliches Zitat aus Bereschith 8,9; וירא כי אין איש Jes. 59,16 ebenso wörtlich aus Schemoth 2,12; ישכון לבטח Teh. 16,9 aus Debarim 33,12; בי רעת האדם רבה Koh. 8,5 mit kleiner Umstellung aus Ber. 6,5 u. v. a. — Legion aber ist die Zahl der Zitate aus den übrigen biblischen Büchern unter einander, so daß eine Anführung von Beispielen sich erübrigt. Auch im Talmud (Mischnah und Qemoroh) ist das Bibelzitat nicht selten. Dabei ist natürlich nicht an die, das Kerngerüst der ganzen talmudischen Diskussion bildenden Anführungen von Bibelworten, die als Stütze und Beleg für Rechtssätze und Rechtsentscheidungen dienen, gedacht. Denn hierbei handelt es sich ja nicht um ein Zitat in unserem Sinne, sondern um das Verhältnis der Ueberschrift zur Abhandlung (z. B. die Mischnah Sotah VII u. a.) oder von Lehrsatz und Kommentar. Sondern solche Fälle sind gemeint, in denen ein charakteristisches Bibelwort, eine einprägsame Wendung in den Talmudtext hineinverwebt wird, um eine Situation kurz und treffend zu kennzeichnen. Oft muß in diesen Fällen ein leichter Lautanklang, der die Aehnlichkeit der Züge in der Situation hier und dort mehr ahnen und empfinden, als durch den Wortsinn begründen läßt, zur Rechtfertigung des Zitats genügen, und es wird — was ja gerade im Wesen des Zitats liegt und ihm