Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 1-2 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 14 (sequence 18)
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14 b) Nicht anders ist es mit der Redewendung קופ^שה , die in der talmudischen Diskussion oft genug zur Unterstreichung einer biblischen Vorschrift als Gebot im Gegensatz zum Verbot herangezogen wird (z. B. יש כח ביד חכמים לעקור דבר מן התורה בקו ם ועשה• Wer denkt beim Gebrauch dieser immer wieder herangeholten Wortverbindung wohl daran, daß sie Lehngut aus der Bibel, aus jener verhängnisvollen Aufforderung des irregeleiteten Volks an Ahron (Schemoth 32,1) entnommen ist?! c) Und ebenfalls nur wenige Leser dürften in der aus den halachischen Midraschim in die talmudische Diskussion da und dort übernommenen (z. B. Kiduschin 35 b; Bechoroth 53 b u. a.) scharfpointierten Frage מה ראית das Zitat erkennen! Diese Frage will die Begründung dafür herbeiführen, warum von zwei möglichen Schlüssen der eine den Vorzug vor dem anderen verdient. Im Aramäischen des Talmud ist sie in der Uebertragung מה חזית (Sanhedrin 27 a u. a.) wiederzuerkennen. Und sie ist zweifellos ein Zitat aus Bereschith 20,10 (מה ראית כי עשית את הדבר הזה)! * * * B. ZITAT. Die Grenzlinien zwischen Zitat und Bedeutungswechsel sind, wie aus den obigen Ausführungen erhellt, so flüssig, daß bei dem einen oder dem anderen Beispiel der Zweifel, für welche von!beiden Kategorien es mit mehr Recht in Anspruch genommen werden darf, wohlberechtigt erscheint Sehr begreiflieh, da eine erschöpfende Definition des Zitatsbegriffs überhaupt noch nicht gelungen ist Auch die folgenden Ausführungen wollen keineswegs einen Versuch in dieser Richtung unternehmen, sondern nur in lockerer Anordnung auf einige Beispiele des Zitatvorkommens hinweisen und dadurch die Anregung zu weiterer Beschäftigung mit diesem Thema, dem ein wissenschaftlicher Wert nicht wird abgesprochen werden können, geben. Man begegnet dem Zitat im ureigentlichsten Sinne sogar schon auf den ersten Blättern des Pentateuchs. Wenn Gott dem Noach nach der Sintflut die bis dahin ihm vorenthaltene Fleischnahrung mit den Worten כירק עשב נתתי לכם את כל (Bereschith 9,3) freigibt, so unterliegt es keinem Zweifel, daß das ״grünende Kraut“ hier nicht als bloßes Vergleichsobjekt benutzt wird,