Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 1-2 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 10 (sequence 14)
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10 an der determinierten Antithese des R. Jochanan (אפילו חצר קובעת), doch so auffällig in die Erscheinung, daß der Gedanke an eine Entlehnung aus einer anderen Situation her sich formlieh aufdrängen muß. Das trifft auch wirklich zu. In Makkoth 18 b und 19 a lehrt R. Jochanan, daß Erstlingsfrüchte ( בכורים ) die verspätet erst nach dem Sukkothfeste, also zu einer Zeit, wo der vorgeschriebene Hymnus (וידוי ) nicht mehr rezitiert werden kann, hereingebracht wurden, dem Priester zum Genuß freigegeben sind, sobald sie ״das Antlitz des Hauses i. e. des Heiligtums in Jerusalem erschaut haben“5). Und ebenso lehrt Raba b. Ada im Namen des R. Jizchak, daß der Nichtpriester den Tod wegen Genusses von Erstlingsfrüchten nur dann verwirkt hat, wenn sie das Antlitz des Heiligtums erschaut d. h. in den Tempelvorraum (עזרה) gelangten6). Die Bezeichnung des Heiligtums als ״das Haus“ הבית (analog יהעיר die Stadt xav' e^oyjjv für die heilige Stadt) findet ihr Beispiel ja schon bei den Propheten (z. B. Jecheskel Kap. 40 u. a.) und ist auch im talmudischen Sprachgebrauch geläufig (z. B. בפני הבית ,הר הבית u. v. a.). Man darf daher wohl unbedenklich1 den Ursprung der Wendung ראה פני הבית in ihrer Beziehung auf das Heiligtum suchen und dabei feststellen, daß in dieser Anwendung das Wörtchen פני nicht sowohl, wie in der späteren, einen Gebäudeteil, die Fassade, herausheben, als vielmehr in musischer Verklärung die besondere Stellung dieses Hauses vor allen Häusern dadurch unterstreichen will, daß ihm ein Antlitz zugesprochen wird. Als mit der Zerstörung des Heiligtums diese Anwendung ihren Sinn verlor, übertrug man sie auf andere Rechtsbeziehungen, die sich dafür dadurch qualifizierten, daß auch ihre Materie von Heiligtümern handelte. Und jetzt betonte das Wörtchen פני die besondere Rolle der Vorderfront des Hauses. ביתו ריקם .4 Außer anderen sittlichen Qualitäten stellt die Mischnah Taanith 15 a an den Vorbeter, der für würdig befunden werden könnte, an den Notfasttagen als Scholiach zibbur vor die Tebah1 zu treten, auch die Anforderung, daß ״sein Haus leer“ ( וביתו ריקם ) sein muß. Die nach dem einfachen Wortsinn nächstliegende Erklärung, daß er arm bis zum äußersten sein sollte, damit aus der eigenen Not ihm die Herzensstimmung erwachse, בכורים מאימתי מותרין לכהנים וגו׳ ושאין ראויין לקרייה משראו פני הבית(* בכורים מאימתי חי־בין עליהן משראו וגף(•