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Nahalat tsevi · 1931-11-01 · Heft 1-2 (November 1931) · p. Seite 8

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 1-2 (November 1931)
Date
1931-11-01
Page
Seite 8 (sequence 12)
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zu weitausgesponnenen Diskussionen und weitreichenden Maßnahmen den Anlaß bietet. Kein Wunder in einer Daseinssphäre, die auf Schritt und Tritt — man braucht nur an die von jedem Brotteig in Reinheit zu erhebende Challoh zu denken! — von den Rücksichten auf die Reinheitsgesetze eingeengt, hierbei Möglichkeiten einer Tumoh-Belastung gegenüberstand, die aus denkbaren Situationen herauswachsen und ohne Uebertragung von anderer Stelle (טומאה היוצאת מגופו) und auf physiologischen Untergrund wirksam werden konnte. Der überlieferten Uebung folgend, delikate Dinge möglichst wenig anstoßend zu benennen (עולם יספר אדם בלשון נקיה /) suchte man für diesen unliebsam empfundenen Vorgang eine farblose, vieldeutige Be- Zeichnung und verdünnte den von der Thora (Debarim 23, 10) dafür gewählten auch schon unscharfen Ausdruck ,2מקרה לילה) noch weiter zu dem indifferenten und anderwärts vielfach in anderem Sinn angewendeten קרי (Zufall, Begebnis u. a.). Das betroffene Individuum nannte man בעל קרי; den Eintritt des Ereignisses bezeichnete man als ראיית קרי . Nur in der Mischnah Tomid I.a findet sich dafür der Ausdruck אירע קרי, der dem Gedanken gerechter wird, weil er das Ueberfallsmoment in der Sache, das für sie charakteristisch ist, scharf unterstreicht. In ganz anderem Zusammenhang tritt uns die Wortverbindüng ע קריYאaber Rosen hasch. 16b in einer Boraitha unbekannten Ursprungs, die dort zitatweise!angeführt wird, gegenüber. Schicksalsfügungen der Unfälle, so heißt es dort, die der Feldfrucht vor Peßach zustoßen, sind Schicksalsbestimmungen des Vorjahrs, wenn nach Peßach des Diesjahrs; beim Mensehen ist der Jom ha-Kippurim der entsprechende Stichtag; 2) Das Wort מקרה wird an dieser Stelle von den Bibelerklärern und den Übersetzungen als Ablativform (״durch einen Zufall“) aufgefasst. Die sprachliche Härte, die bei dieser Auffassung in den Kauf genommen werden muss, tritt verstärkt an der Stelle I. Sam. 20, 26 hervor, wo die Worte מקרה הוא ohne Beziehung gleichsam subjektlos in der Luft hängen, während in den folgenden Worten בלתי טהור הוא zweifellos an den nicht genannten David als Subjekt gedacht ist. Vielleicht darf man das מקרה nach Analogiebildung von משנה ,מקנה u. v. a. als passivische Qalbildung ansehen und annehmen, dass es appositiv zum Subjekt des Hauptsatzes gebraucht wurde. In der Übersetzung könnte die Doppeldeutigkeit des Wortes etwa durch ״ein Zufälliger“ anschaulich gemacht werden, welches ebenso die intransitive wie die passivische Inhaltsmöglichkeit andeutet. (Ebenso משנה למלך ein Zweiter nächst dem König!) Später verdrängte dann die intransitive Bedeutung (Zufall) jene andere vollständig.

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