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Nahalat tsevi · 1931-11-01 · Heft 1-2 (November 1931) · p. Seite 6

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 1-2 (November 1931)
Date
1931-11-01
Page
Seite 6 (sequence 10)
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6 Verhältnissen einem anderen Sinn, als dem ihnen später unterlegten, gedient hatten; eine Beobachtung, der eine gewisse Bedeutung für die Erkenntnis der talmudischen Idiombildung (Semantik) nicht abgesprochen werden kann. Die hier folgende Abhandlung vermehrt ihre Zahl um sechs weitere Beispiele. Geistesverwandtschaftliche Beziehungen, die, wie noch darzutun sein wird, Bedeutungswechsel und Zitat miteinander verknüpfen, rechtfertigen es, daß auch das Zitat in den Rahmen dieser Abhandlung miteinbezogen wurde. Einige Beobachtungen zu diesem Thema mögen daher am 'Schlüsse dieser Arbeit ihren Platz finden. A. BEDEUTUNGSWECHSEL. 1. מראית העין Der Lehrsatz: כל דבר שאסרו חכמים מפני מראית העין אפילו בחדרי חדרים אסור ist zwar im Talmud umstritten (vgl. Sabbath 64 b u. a.); aber von der Halachah rezipiert. Er besagt, daß Handlungen, die, an sich erlaubt, die Möglichkeit einer Mißdeutung und damit den Tatbestand einer Erregung öffentlichen Aergernisses liefern, sogar im stillen Kämmerlein unterlassen werden müssen. Der Gedanke bewegt sich also in der Richtung der Lehre aus Mischle 4,24, wie sie im Talmud vielfach abgeleitet wird (Jeb. 24 b u. a.). Im gleichen Sinn begegnen wir dem Satz auch in Schebiith III, 4, wo sogar eine positive Abwehr der Möglichkeit einer Mißdeutung vorgeschrieben wird (משייר ד׳ סאין). Allein, so treffend in ihrer knappen Formulierung diese Wortverbindung auch den Gedanken widerspiegelt, so muß es doch auffällig erscheinen, daß nicht die noch charakteristischere Form einer personellen, statt der mehr objektiven sachlichen Beziehung gewählt wurde. Man hätte eher erwartet, etwa der Formulierung מפני הרואים, die das essentielle Moment scharf heraushebt, zu begegnen, wie!sie sich aus Stellen wie Bezah 9 a הרואה אומר להטיה גנו הוא צריך oder Sabbath 54 a משום דמה זי כמאן דאזיל לחינגא u. a. ergeben; oder der anderen, ebenfalls im Talmud in diesem Zusammenhang öfter wiederkehrenden משום השדא z. B. Sabbath 23 a. Auch der Anklang an das מראה עין der Bibel (Wajikra 13,12, Jes. 11,3) reicht zur Erklärung nicht hin, da der Sinn hier und dort doch grundverschieden ist. Nun begegnen wir dem מראית עין an anderen Stellen aber in anderer, und wie anzunehmen, in seiner ureigentlichen Be-

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