Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 11-12 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 406 (sequence 58)
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406 und ״Arbeit“ ist nirgendwo in seiner grundlegenden Bedeutung für das Verständnis der Sabbathinstitution so scharf herausgearbeitet worden wie in Hirschs ,klassischen Untersuchungen über das Wesen des jüdischen Sabbaths. Daß זבח töten heißt, habe ich nie bezweifelt. Die Frage ist bloß, ob man berechtigt ist, bei מזנה primär an das Töten selbst oder an den Zweck des Tötens zu denken. Sie übersetzen ״Schlachtstatt“, weil nach Ihrer Meinung das Schlachten des Schlachtmahls biblisch das Primäre sei. Das wird von Hirsch bestritten, weil ihm der Weihe jener Stätte, auf der das לחם אשד, ד׳ dargebracht wurde, das priesterliche Wort ״Altar“ entsprechender erschien als das brutale Wort ״Schlachtstatt“, das man erst unter Zuhilfenahme von Grimms Wörterbuch von seinem blutrünstigen Dunst befreien kann. Wenn Sie über שמטה ragen, daß sie nicht eine Veränderung der Sachlage, sondern eine des Verhaltens (des Gläubigers) zur Folge hat, so ist das eine sehr glückliche Formulierung der halachischen Wirklichkeit. Aber eben darum verdient ״Erlaß“ der ״Ablockerung“ vorgezogen zu werden. Für mein Sprachgefühl gibt ״Erlaß“ das Verhalten des Gläubigers im 6ץ!1^-שמטה entsprechender wieder als ״Ablockerung.“ ״Erlaß“ ist ohne Erlassenden nicht denkbar, während etwas sich von selbst ablockern kann ohne Zutun eines Ab'ockernden. Soll also keine objektive Sachlage sondern ein subjektives Verhalten gekennzeichnet werden, dann wird שמטה durch das subjektive ״Erlaß“ besser wiedergegeben als durch das immerhin mehr objektive ״Ablockerung.“ __ R. B. Der neue Kusari.^ Von Dr. Isaac Breuer (7. Fortsetzung.) Hurtig: Mir als Mensch, als Einzelmensch, ist die Thora gewiß das Höchste. Aber kann ich es ändern, daß nun einmal viele Juden der Tradition nicht mehr anhangen, in religiöser Hinsicht einen anderen oder gar keinen Standpunkt einnehmen, und daß gerade vielfach diese Juden vermöge ihrer Bildung, ihres Wissens, ihrer gesellschaftlichen Stellung, ihrer Macht, aber auch vermöge ihres Opfermuts, ihrer Begeisterung, ihres tatenfrohen Idealismus am ehesten geeignet sind, die jüdische 1 *) Vgl. Heft 2, 4/5, 6, 7, 8, 9/10.