Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 11-12 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 403 (sequence 55)
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403 Erscheinen der Broschüre des Herrn Kirchheim völlig unbekannt. Sie war mir nie zu Augen gekommen und habe ich daher aus ihr weder Gutes noch Böses, wederWeises noch Törichtes entnehmen, noch irgend eine Anregung zu meinem bißchen Weisheit oder Torheit erhalten können. Die Schrift des Herrn Geiger, auf die ich mit der Auffassung der jüdischen Gesetzestreue als Hundegehorsam hingeblickt und welcher ich dann auf das Citat aus הרכסים לבקעה des ר ליב פ״ם דל entlehnt haben soll, habe ich noch bis zur Stunde nicht gesehen. Der ״Hundegehorsam“ ist älter. Er figuriert schon in der Vorjahren von Herrn Dr. Geiger herausgegebenen wissenschaftlichen Zeitschrift. Die Schrift הרכסים לבקעה besitze ich selber und habe sie zufällig aus den Händen des Verfassers selbst, der zufällig mein Großonkel war, und was das Citat betrifft, zu welchem ich auf so weiten Umwegen gekommen sein soll, so habe ich diese Erklärung ebenso zufällig aus seinem eigenen Munde. Die linguistischen Arbeiten des Herrn Dr. Fürst und Dr. Meier haben mir bei meinen Arbeiten keinen Dienst geleistet. Die ersteren kenne ich kaum, die letzteren, zu meinem Bedauern, nicht. Nur ein Tor will in allem Original sein und sucht einen Ruhm darin. Allein so gemeinen Insinuationengegenüber sei die Wahrheit konstatiert, eben um der Wahrheit willen.... Uebrigens steht mein Kommentar auch mit dem, was ich aus dem belehrenden und geistweckenden Umgang mit Bernays zu schöpfen so glücklich war, in keiner näheren Beziehung als der allgemeinen Anregung und des vorleuchtenden Strebens, die Hallen der תורה mit dem Durst nach Erkenntnis px betreten. Was ich Weises oder Törichtes auf diesem Wege gefunden und in meine Arbeit niederzulegen gewagt, habe ich, wo ich keinen Urheber citiere, vor Gott und Welt allein zu vertreten.“ Wenn also das, was Sie aus Werken älterer Autoren zitieren, sich wirklich mit dem deckte, was das deutsch lesende Judentum von Hirsch gelernt hat, so wäre ich gleichwohl berechtigt, Hirsch als den ersten ISchriftverdeutscher zu bezeichnen, der diese Wahrheiten aus eigenem entdeckt hat. Es mag schon sein, daß Bähr, Arnheim, Redslob, Cl'erides, Schrader etc., Exegeten, die dem jüdischen Volke gar nichts bedeuten, hier und da ein Wort so verstanden haben wie Hirsch. Warum sollte nicht auch ein blinldes Huhn — denn blind sind alle, deren Seelen nicht am Sinai gestanden, wo Israel sehend