Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 11-12 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 400 (sequence 52)
- Belongs to
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400 zu finden ist (ähnlich auch Eberhard Schräder 1862 und, kurz nach Hirsch, Lagarde 1868). Die unsre ist davon völlig verschieden; sie will eine bedeutsame Sonderlinie unsrer exegetischen Tradition weiterfüjhren, wie Franz Rosenzweig in seinem Aufsatz ״Der Ewige“ (Mendelssohn-Gedenkschrift S. 96 ff) dargelegt hat. Doch hat Rosenzweig dort auf ״S. R. Hirschs großartig begründeten Widerstand“ gegen die Uebersetzung des Namens mit ״Der Ewige“ nachdrücklich hingewiesen. 1 } ׳ . \!; : :iLäl Damit sei es für heute, der vorerwähnten Selbstbeschränkung gemäß, genug. Vielleicht reicht das Gesagte hin, um Ihren Lesern zu zeigen, daß mir aus meiner Nichtnennung von Hirsch ebensowenig ein Vorwurf zu machen ist wie Hirsch aus seiner Nichtnennung der hier von mir• herangezogenen Autoren, die einige Jahrzehnte vor ihm ein verwandtes Verständnis der biblischen Sprache bekundet haben. Auf Ihre Kritik einzelner Ausdrücke unserer Uebertragung glaube ich wie gesagt nicht eingehen zu sollen, soweit diese Kritik sich nicht auf die Richtigkeit der Wiedergabe, sondern auf ihr Deutsch bezieht. Aber zu Ihren zwei sachlichen Beanstandungen muß ich, der Wichtigkeit der Gegenstände wegen, noch knapp Stellung nehmen. Erstens: daß der Wurzel זנח nicht die Absicht der Vernichtung, sondern die der Nahrung vorschwebt, ist richtig, aber nur wenn Hirschs Aeußerung hierüber vollständig zitiert wird: ״dasjenige Töten, das nicht die Absicht der Vernichtung, sondern der Nahrung hat“. Und eben dies besagt das deutsche Wort ״schlachten“, dem Sie zu Unrecht die Sinnlichkeit eines ״Vernichtungsaktes“ zuschreiben; ״schlachten“ heißt nach Grimm: ״Vieh töten, das zur Nahrung bestimmt ist, besonders das kunst- und gewerbsmäßige Töten und Zerlegen“. Mahl schlechthin heißt זבח nie, sondern nur das Mahl, das durch Schlachten hergestellt worden ist, das ״Schlachtmahl“. ״Altar“ führt die Vorstellung irre. Zu הראל vgl. Ibn Dschänach zur Stelle. מצבה wird biblisch offenbar deshalb im Verhältnis zu מזבח negativ empfunden, weil sie in ihrer Form zu götzendienerischer Ausartung (Baalkult) neigte. Zweitens: Die Worte לא יגשאת רעהו Dt. 15,2 beweisen m. E., daß es sich nicht um eine objektive Aufhebung der Schuld, sondern um ihr subjektives Uneintreibbarwerden handelt. Das scheint mir der halachischen Auffassung durchaus nicht zu