Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 11-12 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 396 (sequence 48)
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396 daß für den gewöhnlichen Bibelleser unserer Zeit die wirkliehe Bedeutung der Worte durch eine geläufige verdrängt worden ist. Aber wie könnte ich in einer jüdischen Oeffentlichkeit — und für eine solche war ja die der Logenausgabe unsrer Pentateuchübersetzung beigelegte Broschüre bestimmt — eine Erstmaligkeit des wirklichen Verständri;s:s all dieser Begriffe für uns beanspruchen wollen, da doch viele von ihnen schön von dem einen oder andern der מפרשים gek'ärt worden sind! Diese alle aber, etwa unter jeweiliger Hervorhebung des ״Ersten“, anzuführen lag außerhalb von Pflicht und Recht einer Arbeit, die dazu bestimmt war, die Leser unserer Uebertragung darüber zu unterrichten, Warum wir von der ihnen gewohnten Wort-Wiedergabe, zuweilen so heftig, abweichen — nämlich aus Treue und nur aus Treue —, und ihnen zu heifen, von unsrer Verdeutschung aus zur Sinnerfassung der Schrift vorzudringen. Wohl bin ich der Meinung, daß keine Bibel-Uebertragung vor der unsern das verstreute Out der echten Deutung sowohl eingesammelt als auch richtig Und folgerichtig verwertet habe; aber es kann hier nicht meine Aufgabe sein, zu erörtern, warum etwa meines Erachtens diese oder jene unsrer, manchesmal notwendigerweise kühnen, Ueber- Setzungen e i n e s hebräischen durch ein deutsches Wort der paraphrasierenden Wiedergabe eines Wortes durch einen ganzen Satz vorzuziehen ist: warum jede Paraphrase die zulängliehe Aufnahme der Gestaltung biblischer Botschaft — einer Gestaltung, die vom ,,Inhalt“ schlechthin nicht abzutrennen ist — hindert. Es muß mir hier genügen festzustellen, was ich in meiner Abhandlung meine und was nicht. Gewiß kenne ich Samson Raphael Hirschs ״Pentateuch“, und Franz Rosenzweig kannte ihn noch besser als ich'; gewiß haben wir beide davon, wie von andern Werken des auch von uns verehrten Mannes (eine Verehrung, der wir wiederholt öffentlichen Ausdruck verliehen und in der wir unsre Schüler erzogen haben), viel gelernt. Aber im Zusammenhang meiner Abhandlung hätte ich zwar Veranlassung, immerzu Luther und Kautzsch-Bertholet anzuführen, weil ich ihnen die Belege des Fälschen zu entnehmen hatte, nicht aber Hirsch, wo wir in der Auffassung eines Wortes mit ihm übereinstimmen. (Daß das einem so verbreiteten Werk wie Hirschs Pentateuch gegenüber als ״Totschweigen“ verstanden Werden könnte, ist mir freilich nicht in den Sinn gekommen.) Vielleicht werden1 Sie