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Nahalat tsevi · 1931-09-01 · Heft 11-12 (September 1931) · p. Seite 395

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 11-12 (September 1931)
Date
1931-09-01
Page
Seite 395 (sequence 47)
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395 kung aufgegeben werden. Nur wenn die Erkenntnis sich ausbreitet, daß Kulturleistung mit Geburtenf reudigkeit harmoniert, kann mit einer Neubelebung des Willens zum Kinde gerechnet werden. Bei alldem wird die Umsetzung des Willens in die Tat noch starken Hemmungen begegnen. Aber je stärker das junge Paar im jüdisch-kulturellen Geistes- und Tatenleben verwurzelt ist, um so weniger ausschlaggebend werden solche Hemmungen sich geltend machen. Hier wird die schwere Aufgabe der Familiengründung und -fortführung nur als Teil der dornenreichen religiösen Kulturaufgabe des jüdischen Volkes aufgefaßt werden, der man seine ganze Existenz weiht. Dann kann opferwilliger Gemeinschaftsgeist über eigenbrödlerischen Egoismus siegen. Jedes neugeborene Kind, das mit Opfern an Lebensgenuß und Lebenskraft erkauft ist, wird um so inniger begrüßt werden, — weil man in ihm einen neuen jüdischen Kulturträger erblickt. Dann wird jenes Glück des Kindersegens wieder so recht empfunden werden, das ein jedes der heiligen Bücher atmet, von den Psalmen über die Propheten bis hinan zur Thora. Dann wird jenes erste Gebot des Schöpfers wieder tief erlebt und in die Tat umgesletzt werden, der seine Welt nicht zur menschienlosen Oede geschaffen, vielmehr zum Menschenwohnsitz gebildet hat. Erst dann wird wieder die Grundlage des Kulturbaues gesichert sein, wenn am Eingang in goldenen Lettern steht: Seid fruchtbar und mehret euch! Von Herrn Professor Martin Buber erhalten wir folgende Zuschrift: Offene Antwort an R. B. Sie gehen in Ihrer ״offenen Anfrage“ von einer, wiewohl mehr als ein dutzendmal von Ihnen wiederholten, dennoch von Grund aus unzutreffenden Voraussetzung aus :daß ich in meiner Arbeit ״Ueber die Wortwahl in einer Verdeutschung der Schrift“ für unsere Auffassung der von mir beispielsweise besprochenen Begriffe den Anspruch erhöbe, wir erst hätten ihre wirkliche Bedeutung ״entdeckt“. Kein im Zusammenhang gelesenes Wort meiner Abhandlung kann diese Voraus- Setzung ,rechtfertigen. Was ich darin immer wieder sage, ist,

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