Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 11-12 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 393 (sequence 45)
- Belongs to
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Einzelmenschen entstanden, die die Geisteskultur zu solchem Gipfel führen konnten. Deutlicher kann die Relativität der wirtschaftlichen Betrachtungsweise in ihrer Beziehung zu kultureller Wertschöpfung nicht demonstriert werden. Auch in unserer Zeit ist Voraussetzung für eine Renaissance eine gründliche Umstellung der ohnehin nicht mehr haltbaren Vorstellungen über die ״Lebensansprüche“, worauf wir bereits hingewiesen haben. Senkung des Lebensstandards zur Hebung des Kulturnjveaus ist die Forderung. Eine so tief einschneidende Forderung aufzustellen ist man allerdings nur berechtigt, wenn durch die um sich greifende Geburtenverhütung kulturelle Güter höchsten Wertes b edroht sind. In erster Linie ist es die Familie, deren Existenz gefährdet ist. Nach jüdischer Auffassung setzt sich das Volk nicht aus Einzelindividuen zusammen, sondern die Familie ist das notwendige kulturelle Bindeglied zwischen Volk und Individuum. Auch moderne Staaten haben sich diese Erkenntnis von der Bedeutung der Familie als Mittler zu eigen gemacht und in ihrer Verfassung die Stellung der Famliie zu festigen gesucht. Heute kämpft die Familie einen schweren Kampf um ihre Existenz; soll sie auch im jüdischen Lager immer mehr ausgeschaltet werden, wo ihr doch grade im jüdischen Leben, insbesondere auch in der jüdischen Erziehung unablösbare Aufgaben zukommen?! Ebenso gefährdet ist innerhalb der Familie die Stellung der jüdischen Frau. Die Frau im wirtschaftlichen Beruf steht im Gegensatz zur Frau im häuslichen Beruf. Daß dieser Gegensatz nicht unüberbrückbar ist, lehrt der Blick in frühere Zeiten, wo auch der Frau wirtschaftliche Aufgaben zukamen. Heute liegen die Zeiten allerdings anders. Heutzutage liegt die Gefahr darin, daß die Berufstätigkeit vor der Ehe bereits ein gewisses wirtschaftliches Niveau ermöglicht, von dem herabzusteigen schon ein starker Wille nötig ist. Wird nun gar durch Berufstätigkeit in der Ehe das wirtschaftliche Niveau des Ehepaares gehoben, so bildet jeder Familienzuwachs eine Gefährdung dieses Niveaus. Nur eine starke Frauenpersönlichkeit wird da die kleinen und großen Entbehrungen bewußt auf sich1 nehmen wollen, die der Mutterberuf mit sich bringt. So wird die natürliehe Mutteraufgabe immehr mehr aus dem Zentrum der Frau-