Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 11-12 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 387 (sequence 39)
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387 größer die Zahl der Nachkommen, um so größer sind die Chancen, daß einer eine wirtschaftliche Höhe ersteigt, die die Eltern ersehnen. Man hat auch von einer ״Notgemeinschaft der Familie“ gesprochen, die nur bei vielen Qliedern ihre wirtschaftliche Sicherheit bietet. Und für das Alter der Eltern ist es eine stärkere Stütze, wenn viele Kinder ihnen zur Seite stehen. Um so beweiskräftiger werden solche Erwägungen, wenn man daran denkt, daß viele unserer Familien, namentlich des Mittelstandes, ohnedies mit Rückschritten ihrer wirtschaftlichen Position werden rechnen müssen, und das gleiche Los wird kinderreiche und kinderarme Familien treffen. Je weniger es gelingt, den Kindern Kapitalien mit ins Leben zu geben, um so mehr wird der Schwerpunkt auf die eigene wirtschaftliche Lebenskraft eines jeden einzelnen Kindes verlegt und damit unabhängiger von der Kapitalkraft der Eltern. Die Kinder werden sich selbständig eine Stellung zimmern müissen, die zwar nur selten den Glanz des kapitalistisch bevorzugten Mittelstandes der Vorkriegszeit aufweisen wird, aber unter dem Zeichen einfacheren Milieus gesunderes Leben bedingen kann. Von kapitalistischen Gesichtspunkten hinweg führt also die neue Zeit die Eltern dazu, die Heranbildung ihrer Kinder in den Mittelpunkt ihrer Fürsorge zu stellen. Diese Heranbildung stellt einen grundlegenden Bestandteil des Gebotes der ״Fruchtbarkeit und Mehrung“ dar (siehe hierüber S. R. Hirsch, Kommentar zur Stelle). Allerdings setzt auch diese Heranbildung wirtschaftliche Potenzen voraus, doch steh'en diese Potenzen in keinem Verhältnis zu den für das alte System der Kapitalerwerbung erforderlichen finanziellen Größen. Es muß unter solcher Heranbildung auch' nicht grade das teure akademische Studium verstanden sein, es läßt sich' ebenso in anderen Berufen als Jude leben und spezifisch jüdische Kultur pflegen. Zweifellos ist es wesentliche Aufgabe der Gemeinschaft, insbesondere der jüdischen Gemeinden, kinderreichen Familien diese Heranbi’dung zu erleichtern — das sei hier nur angedeutet —, ebenso sicher aber ist es, daß es mit der Hilfe der Gemeinschaft allein nicht getan ist. Die wirtschaftliche Schwäche des einzelnen kann und soll durch einfachere L ebe n s we is e balanciert werden. Unsere Framilien müssen hier die Führung übernehmen. Dann wird sich