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Nahalat tsevi · 1931-09-01 · Heft 11-12 (September 1931) · p. Seite 386

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 11-12 (September 1931)
Date
1931-09-01
Page
Seite 386 (sequence 38)
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386 Regelung religionsgesetzlich zu dulden sein, namentlich dann, wenn mit den wirtschaftlichen auch gesundheitliche Gefahren verknüpft sind: Voraussetzung für all diese Maßnahmen bleibt vorherige Beratung mit dem allein sachverständigen Rabbiner, der in jedem einzelnen Fall dessen Eigenart untersucht und allein ein Urteil über Zulässigkeit oder Unzulässigkeit der Regelung und der Methode abzugeben imstande ist. Aber Hand aufs Herz! Wie selten sind solche wirtschaftlich katastrophalen Verhältnisse! In der Tat begann die Geburten- Verhütung gar nicht beim Proletariat. Sie iing am anderen ״Rande des Lagers“ an. Dem Baron Rothschild wird der Ausspruch in den Mund gelegt: ״Reich durch sieben gibt es nicht“. Und wenn man umhorcht, warum der Mittelstand nur ein oder zwei Kinder will, so wird man auch eine ״Wirtschaftliehe Indikation“ als Antwort erhalten — wie e r sie auffaßt: ich kann keine Kinder mehr bekommen — nicht weil ich sie nicht ernähren kann»— sondern, weil ich das Studium nicht bezahlen kann. Als wenn die ganze Zukunfterwariung der Kinder an einen bestimmten Lebensweg gebunden wäre. Und das ist nur ein Beispiel. Die Eltern haben grade diese oder jene Lebensstraße für ihr Kind als die ״sicherste“ ausgeklügelt und zeigen in diesem Streben nach Sicherungen im Grunde genommen nichts anderes als die eigene Unsicherheit zu den Lebensproblemen. Sie lassen daher ganz abgesehen von dem jüdischen Gottvertrauen auch das Vertrauen zu der Lebenskraft und dem Lebensgeist der jungen Generation missen. Ihr Blick richtet sich hypnotisch gebannt allein auf die wirtschaftlichen ״Garantien“, die es in Wirklichkeit ja überhaupt nicht gibt. Der Krieg und seine wirtschaftliche Umwälzung ist an diesen Geistern spurlos vorübergezogen. Das Entscheidende für die Geburtenbeschränkung sind in der Tat weniger die wirtschaftlichen Tatsachen als vielmehr die Lebensauffassung in ihrer Bewertung und Ver- Wertung deswirtschaftlich Gegebenen. Diesen Be- Ziehungen ist auch Kahn nachgegangen. ״Die Ueberschätzung der wirtschaftlichen Motive“ — ״Unglaube und Rationalismus“ sind bedeutsame Kapitelüberschriften. Aber selbst rein wirtschaftlich gedacht: ist es klug, die Zukunft seines Hauses allein auf zwei oder vier Augen zu setzen? Wie leicht kann grade das eine Kind versagen. Je

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