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Nahalat tsevi · 1931-09-01 · Heft 11-12 (September 1931) · p. Seite 384

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 11-12 (September 1931)
Date
1931-09-01
Page
Seite 384 (sequence 36)
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384 scheidene Selbsterkenntnis an, ist im Grunde genommen aber nichts anderes als ein Ausdruck innerer Schwäche und Haltlosigkeit. Es fehlt der positive Wert, den dem kommenden Geschlecht zu übermitteln man sich zur Aufgabe setzt. Im übrigen ist es gar nicht selten, daß talentierte Menschen Kinder unbedeutender Eltern sind, wie dies ja auf Grund der Mendel’schen Vererbungslehren erklärlich ist. Gerade bei der vielfach gefürchteten nervösen Degeneration betont Bumke mit Recht, daß die krankhafte Keimanlage geringere Chancen der Entwicklung habe als die gesunde. So bewirkt die Natur selbst eine Auslese des Gesunden. Qualität fordert also Quantität. Aber ist die uneingeschränkte Vermehrung der Menschen Volkswirtschaftlieh tragbar, wo doch der B e vö 1 k e rungsüb er schu ß den Nahrungsspielraum einengt? Wird so die quantitative Eugenik nicht ad absurdum geführt? — Ueber die Frage, wieviel Menschen im Land die Erde ernähren kann,!sind die divergierendsten Auffassungen vertreten. Die Diskussion hierüber ist theoretisch sehr interessant, aber eben nur — theoretisch. Denn wir brauchen für Deutschland bei der bereits herrschenden Geburtenkatastrophe wahrlich keine Befürchtung in dieser Hinsicht zu hegen. Es gibt zwar auch heute noch Fanatiker des gewollten Geburtenrückgangs. Die können ja nur frohlocken Uhd hoffen, daß jetzt das Ziel der Volkswirtschaft, der kulturelle Aufstieg, eher möglich sein wird. Gegen solchen Fanatismus der Unfruchtbarkeit sei nur andeutungsweise auf die Tat- Sache hingewiesen, daß es grade die hochkultivierten Kreise sind, die auf Nachkommenschaft verzichten. Die neue Generation wird dann von dem auf niederer Bildungsstufe stehenden Proletariat gestellt. Also eine Auslese der kulturell Minder wertigen! Erst langsam können diese wieder einen neuen Kulturgipfel erklimmen, und dort angelangt mögen sie auf dem gleichen Weg, wie die Träger der alten Kultur, dein Abgrund entgegengehen. Wir Juden dürfen uns von solchem Defaitismus, der Angst vor der großen Zahl, nicht mitreißen lassen, haben es ja auch nicht nötig. Der geringe Prozentsatz, den wir Juden im Staate bilden, würde dem Staate und uns keine Uebervölkerung und sonstige Nachteile bringeil, wenn er selbst ein Vielfaches betrüge. Kahn appelliert an unsere ״vermögenden Volksgenossen“, ihre Rasse auch quantitativ zu erhalten —

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