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Nahalat tsevi · 1931-09-01 · Heft 11-12 (September 1931) · p. Seite 382

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 11-12 (September 1931)
Date
1931-09-01
Page
Seite 382 (sequence 34)
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besteht dabei zwischen den jüdisch-religiösen und dem Staatliehen Recht in den Grundzügen Uebereinstimmung. Dagegen scheiden sich die Geister in der Beurteilung der Berechtigung einer Empfängnisverhütung. I. Die eugenische Indikation. Das natürliche Streben der Menschheit, eine vollkommene Nachkommenschaft zu erzielen, findet seinen Niederschlag in der Eugenik. Man muß dabei scheiden zwischen einer quantitativen Eugenik, die eine genügende Anzahl der Nachkommen erstrebt, und einer qualitativen Eugenik, der an einer Hochzüchtung der Rasse gelegen ist. Zunächst scheinen diese beiden Faktoren im Gegensatz zu einander zu stehen; denn das geflügelte Wort besagt es: Quantität geht auf Kosten der Qualität. Da man der Qualität hierbei gern den Primat einräumt, fordert man zur Verbesserung der Qualität Beschränkung der Quantität: d. h. Geburtenrückgang. Aber ist denn die Voraussetzung überhaupt richtig?Muß Quantität unbedingt auf Kosten der Qualität geh e n? Auf dem Gebiete der Biologie ist eine solche Voraus- Setzung mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Das Korn des Feldes zeigt in einem guten Jahre auf gutem Boden eine größere Zahl und dabei eine bessere Qualität. Der Vergleich mit dem Gewächs des Feldes bei unseren Propheten ist für das gesunde Anwachsen des Volkes besonders sinnig gewählt. Ist er auch stichhaltig? Die Beschränkung auf wenige Nachkommen, um aus diesen höherwertige zu züchten, hat zur Voraussetzung, daß sich durch Gestaltung der äußeren Lebensverhältnis e aus jedem beliebigen Menschenkeim ein höherwertiges Individuum züchten läßt. Bis zu einem gewissen Grade mag das gelingen, aber eben nur bis zu einem gewissen Grade. Denn wesentlich, vielleicht sogar ausschlaggebend ist die Konstitution, d. h. sind die ererbten Anlagen. Wo diese fehlen, müht sich vergebens Volkswirtschaftler und Pädagoge. Nun ist bekannt, daß Träger solcher bevorzugten Anlagen immer nur in einem beschränkten Prozentsatz erzeugt werden. Je weniger Kinder erzeugt werden, um so seltener werden also die Begabten sein. Wer die Qualität will, muß die Quantität haben. Das haben bedeutende Wissenschaftler schon seit langem verkündet.

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